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Lernmodul zur Stressbewältigung bei "Eifersucht" |
Einleitung
Schritt 1: Das ABC-Modell zur Bewältigung von Stress
1.1. Die irrationalen Bewertungen
1.2. Bemerkung
1.3. Zielsetzung
1.4. Das Konzept der Übungen
1.5. Die Neubewertung
1.6. Die Disputation - Eine grundlegende Technik
Schritt 2: Stressauslösende Gedanken erkennen
2.1. Absolute Erwartungen
2.1.1. Theoretische Einordnung
2.1.2. Voraussetzungen
2.1.3. Grundlagen
2.1.4. Häufiger Einwand
2.1.5. Techniken des Hinterfragens
2.1.6. Muss-Gedanken 1 - Übungsblatt
2.1.7. Muss-Gedanken 2 - Übungsblatt
2.1.8. Muss-Gedanken 3 - Übungsblatt
2.2. Negative, globale Personenbewertung
2.2.1. Theoretische Einordnung
2.2.2. Voraussetzungen
2.2.3. Sinnvolle Ergänzung
2.2.4. Grundlagen
2.2.5. Techniken des Hinterfragens
2.2.6. Zusatz
2.2.7. Werteskala - Übungsblatt
2.2.8. Konsequenzen Ihrer Bewertungen - Übungsblatt
2.2.9. Symbolischer Vergleich - Übungsblatt
2.2.10. Aktivitäten und Rollenaufzählung - Übungsblatt
Schritt 3: Symptomstress erkennen
3.1. Theoretische Einordnung
3.2. Voraussetzungen
3.3. Eine Geschichte zum Symptomstress
3.4. Symptomstress
3.5. Symptomstress und das ABC-Modell
3.6. Symptomstress erkennen - Übungsblatt
Schritt 4: Stressbewältigung bei Eifersucht
4.1. Theoretische Einordnung
4.2. Voraussetzungen
4.3. Sinnvolle Ergänzung
4.4. Wie eifersüchtig bin ich?
4.5. Das Gefühl Eifersucht
4.6. Partnerübung
4.7. Übungsblatt zu einem eigenen Eifersuchtsproblem
4.8. Verhaltensübungen
Die folgenden Übungen dienen dazu, unangemessene Eifersucht mit Hilfe eines logisch in Einzelmodulen aufgebauten Lernprogrammes abzubauen und besser damit umzugehen. Die ersten drei Schritte beschreiben die allgemeinen Inhalte des Lernprogrammes und sind Voraussetzung für Schritt 4, wo speziell das Thema "Eifersucht" bearbeitet wird. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Durchführung!
Das ABC-Modell des menschlichen Verhaltens wurde von Albert Ellis entwickelt (Ellis, Albert: Die rational-emotive Therapie. München: Urban & Schwarzenberg, 1977).
Die Grundidee dieser Theorie besagt:
Ein für die eigene Person bedeutsames Ereignis (A = activating event), das intensive Konsequenzen für den eigenen Körper, die Gefühle oder das Verhalten (C = consequences) hat, kann zwar ein bedeutender Auslöser für die Konsequenzen C sein, ist aber keinesfalls der einzige Verursacher dieser Konsequenzen ( A ist nicht der einzige Faktor, der zu C führt). Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein äußeres oder ein innerpsychisches Ereignis handelt.
Das ABC-Modell besagt, dass die Konsequenzen C in erster Linie durch die eigenen bewussten oder unbewussten Gedanken beeinflusst und bestimmt werden. Entscheidend ist, wie jemand eine Situation gedanklich bewertet. Dies geschieht durch Regeln, die man sich für sein Leben aufgestellt hat oder Einstellungen, die man zu bestimmten Dingen hat (B = belief systems = Glaubenssystem) - (B ist ein Faktor, der C hauptsächlich beeinflusst).
Empfindet man die Konsequenzen C als Belastung oder Hindernis beim Erreichen von eigenen Zielen (C kann z.B. starke Angst, Niedergeschlagenheit oder Abhängigkeiten sein), besagt die ABC-Theorie, dass die Bewertungen B mit großer Wahrscheinlichkeit einer besonderen Struktur folgen und besondere Inhalte haben, die es zu ergründen gilt.
Beispiel:
Peter empfindet jedes Mal in einer mündlichen Prüfungssituation so starke Angst, dass er sich nicht mehr konzentrieren kann und sich an nichts mehr erinnert. Grund dafür ist eine starke Angst zu versagen und sich in der Prüfungssituation durch dumme Antworten zu blamieren, da das Versagen in einer Prüfung für ihn seinen ganzen Wert als Person in Frage stellt.
Im ABC-Modell des Verhaltens würden wir diese Situation so beurteilen: Die mündliche Prüfungssituation ist A, also das "Auslösende Ereignis". Die starke Angst mit all ihren Konsequenzen ist C. "Ich muss unbedingt in dieser Prüfung gut sein, sonst stehe ich als kompletter Versager da" ist die gedankliche Bewertung der Situation B.
Bewertungen mit starken negativen Konsequenzen nennt Ellis irrationale Bewertungen (iB), wobei er irrational im Sinne von unangemessen, unrealistisch, nicht zielführend verwendet. Bei den irrationalen Bewertungen benennt Ellis vier Grundkategorien:
Beispiel: "Ich muss auf jeden Fall in allen Prüfungen die Note 1 erreichen, sonst bin ich nichts wert."
Der Gedanke, etwas "unbedingt zu müssen" gehört in diesem Beispiel zur Kategorie des "Muss-Denkens". Der Gedanke, "nichts wert zu sein" gehört zur Kategorie der "Globalen negativen Personenbewertung". Ein Beispiel für die Kategorie der "Geringen Bewertung der eigenen Frustrationstoleranz" wäre ein Gedanke, wie: "Der Stoff für die Prüfung ist so umfangreich, das ist mir einfach zu anstrengend". Ein Beispiel für die Kategorie "Katastrophendenken" wäre hier: "Wenn ich in der Prüfung auch nur einen Fehler mache, bin ich völlig unten durch."
(Ein Erweiterung zu Ellis ist, die Gegenpole dieser vier Grundkategorien mit einzubeziehen: Alles-egal-Denken, Bagatellisieren, globale positive Personenbewertung und überhöhte Bewertung der eigenen Belastbarkeit.)
Ellis betont zwar, dass die irrationalen Bewertungen großen Anteil an der Entstehung von Gefühlen haben; er behauptet aber nicht, dass sie allein entscheidend dabei sind: Ellis geht davon aus, dass Gefühle, Gedanken und Verhalten einander gegenseitig beeinflussen.
Unsere Übungen zielen darauf ab, zu einer realitätsnäheren Bewertung der eigenen Person zu gelangen. Die eigenen Stärken und Schwächen sollen ausfindig gemacht werden, und es soll gelernt werden, sich als Mensch mit Stärken und Schwächen zu akzeptieren.
Bei diesem Prozess ist es wichtig, die eigenen Bewertungen nach ihrem Realitätsgehalt zu überprüfen und zu versuchen, diese Bewertungen dann stärker an die realen Gegebenheiten anzupassen. Außerdem soll die Fähigkeit, flexible Bewertungen für unterschiedliche Situationen zu finden, entwickelt werden.
Beispiel: "Diese Prüfung ist mir zwar wichtig, aber ich muss nicht unbedingt eine 1 erzielen."
oder:
"Mündliche Prüfungssituationen sind zwar schwierig für mich, aber ich habe mich gut vorbereitet, und es ist kein Weltuntergang, die eine oder andere Frage nicht beantworten zu können".
Durch solche angemesseneren Bewertungen können normale und v.a. förderliche angenehme - aber auch normale unangenehme - Gefühle entstehen.
Das Konzept leitet sich direkt von dem ABC-Modell ab:
Wenn hauptsächlich bestimmte Typen von unangemessenen, unrealistischen Bewertungen (iB) zu den belastenden Gefühlen, Körperreaktionen und Verhaltensweisen ( C ) führen, kann man daraus schlussfolgern, dass die Veränderung der hinderlichen Bewertungen am ehesten zu einer Verbesserung für die betroffene Person führen.
Beispiel: Ein schlechtes Prüfungsergebnis kann dazu führen, dass man mit sich und seiner Arbeitsleistung unzufrieden ist. Man sollte dann nach den Gründen suchen, z.B.: "Habe ich zu wenig gelernt," oder "War die Prüfung zu schwierig, "Was sind meine Stärken und was meine Schwächen?" und sich fragen, ob die Konsequenzen dieses Prüfungsergebnisses tatsächlich so katastrophal sind.
Dabei ist es sehr wichtig, den Wert der eigenen Person nicht von einem Ereignis wie z.B. einem Prüfungsergebnis abhängig zu machen, sondern sich vor Augen zu halten, dass man noch viele andere menschliche Qualitäten hat. Dasselbe gilt für fast alle anderen Alltagssituationen, in denen man mit möglichen Problemen oder gar Niederlagen konfrontiert ist.
Alle unsere Übungen dienen dem Ziel, aufzuzeigen, dass es nicht diese bestimmten problematischen Situationen (A) sind, die zwangsläufig zu den unangenehmen Konsequenzen ( C ) führen (d.h., dass die unangenehmen Konsequenzen nicht zwangsläufig in diesen Situationen auftreten müssen), sondern dass es die bestimmten Bewertungsmuster (B) sind - deren 4 Grundkategorien oben genannt wurden - die stark mit den belastenden Konsequenzen ( C ) zusammenhängen.
Die Neubewertung der mit Belastung verbundenen inneren oder äußeren Situationen (A) erfordert eine Auseinandersetzung mit den hinderlichen Grundeinstellungen.
Die zentrale Technik von Ellis ist die Umstrukturierung der grundlegenden Einstellungen, die nicht zielgerichtet und nicht der Realität angemessen sind, die so genannte Disputation.
Alle unsere Übungen dienen dem Ziel, aufzuzeigen, dass es nicht diese bestimmten problematischen Situationen (A) sind, die zwangsläufig zu den unangenehmen Konsequenzen ( C ) führen (d.h., dass die unangenehmen Konsequenzen nicht zwangsläufig in diesen Situationen auftreten müssen), sondern dass es die bestimmten Bewertungsmuster (B) sind - deren 4 Grundkategorien oben genannt wurden - die stark mit den belastenden Konsequenzen ( C ) zusammenhängen.
Die Neubewertung der mit Belastung verbundenen inneren oder äußeren Situationen (A) erfordert eine Auseinandersetzung mit den hinderlichen Grundeinstellungen.
Die zentrale Technik von Ellis ist die Umstrukturierung der grundlegenden Einstellungen, die nicht zielgerichtet und nicht der Realität angemessen sind, die so genannte Disputation.
Um hinderliche und realitätsferne Muster des Denkens zu verändern, ist eine der hauptsächlichen Strategien von Ellis die so genannte Disputation. Disputation bedeutet, dass die eigenen Bewertungen durch bestimmte Techniken hinterfragt und überprüft werden sollen. Ziel ist es, die unangemessenen Bewertungen abzulegen und hilfreiche zu entwickeln.
Beispielfragen: "Wie werde ich mich fühlen und verhalten, solange ich glaube, Prüfungssituationen nicht gewachsen zu sein?" und "Hilft mir meine Bewertung dabei, mich so zu fühlen und zu verhalten wie ich möchte?"
Durch diese Methode, die man auf jede beliebige Situation anwenden kann, ist es möglich, sich seiner hinderlichen, unangemessenen Gedanken bewusst zu werden und sie durch förderliche, angemessene Gedanken zu ersetzen. Dies werden Sie in unseren Übungen systematisch kennen lernen und einüben.
2.1.1. Theoretische Einordnung
Eine Grundkategorie der hinderlichen Bewertungen sind die absoluten Erwartungen. Sie nehmen eine zentrale Stellung ein. Die absoluten Bewertungen spielen bei allen Problemen, die die Gefühle und das Verhalten betreffen, eine Rolle. Die absoluten Erwartungen bezeichnen ein übersteigertes Denken, das nicht mehr an Wünschen und Vorlieben, sondern an absoluten Notwendigkeiten orientiert ist. Beispiel: "Ich muss unbedingt von allen Menschen gemocht werden" oder "Ich muss unbedingt bei der Arbeit immer am besten abschneiden".
2.1.2. Voraussetzungen
Sie können auf unserer web-site "beratung-therapie.de" unter der Unterrubrik "Programme - Übungen Online", "Stärken-Schwächen-Analyse", die allgemeinen Programmteile 1 bis 3 durchnehmen und die Übung "Unterscheidung zwischen Gedanken und Gefühlen" und das "Übungsblatt zu Belastungen" durcharbeiten - besonders wichtig zum Verständnis der folgenden Übungen aber ist der einleitende Schritt1 dieses Moduls, die Einleitung in das ABC-Modell des menschlichen Verhaltens.
In der Reihe der Gedankenmodule sollte dieser Baustein als erster durchgenommen werden.
2.1.3. Grundlagen
Es geht - wie bei allen vier Gedankenmodulen - darum, die verschiedenen Arten von Einstellungen zu finden, die hinderlich beim Erreichen von Zielen sind (in diesem Fall die absoluten Erwartungen). Folgendes gibt dazu den Hintergrund: Es gibt die alten realitätsfernen Einstellungen, die durch Gewohnheit automatisch, d.h. ohne bewusste Steuerung ablaufen. Diese müssen bewusst gemacht werden; man muss über sie nachdenken, sie diskutieren und andere Möglichkeiten der Bewertung der Situation ausprobieren und gelangt so zunächst zu einer verstandesmäßigen Einsicht. Danach ist es wichtig, weiter neue Bewertungsmöglichkeiten auszuprobieren, um dann auch zu einer gefühlsmäßigen Einsicht zu gelangen. Dann können sich die neuen Einstellungen automatisieren, d.h. auch ohne bewusste Steuerung ablaufen.
2.1.4. Häufiger Einwand:
Um etwas zu erreichen muss man es doch auch wirklich intensiv wollen? Ein Alles-Egal-Denken führt doch auch nicht zum Ziel?
Es gibt einerseits die "Alles-Egal-Haltung". Mit einer solchen Haltung ist geringe Anstrengung verbunden, doch führt sie auch zu einer geringeren Leistung. Andererseits gibt es die Haltung "Ich will und werde...", was einen gewissen Grad an Anstrengung erfordert, um gute Leistungen zu erzielen. In diesem Bereich liegt die individuelle Höchstleistung. Doch wird die Anstrengung zu groß, sinkt die Leistung wieder ab. Entgegen der allgemein verbreiteten Überzeugung, dass jede Erhöhung der Anstrengung zu einer Leistungssteigerung führt, ist es so, dass es ein für jedes Individuum unterschiedliches Leistungsoptimum gibt und dass jenseits des eigenen Leistungsoptimums eine Steigerung der Anstrengung sogar zu verminderter Leistung führt. Das bedeutet im Klartext: Nicht jede Erhöhung der Anstrengung führt zu einer Leistungssteigerung, sondern es gibt eine für jedes Individuum unterschiedliche Höchstleistung.Dieser Sachverhalt gilt auch für die gedankliche Anspannung, wie sie sich hier in Form der eigenen absoluten Erwartungen, als Muss-Denken darstellt.
2.1.5. Techniken des Hinterfragens
a) Fragen nach den Auswirkungen
b) Fragen zum Absolutheitsanspruch
c) Die Fragen zum Nutzen der eigenen Bewertungen (das hedonistische Kalkül)
d) Die Fragen zur Logik und Realitätsnähe von Bewertungen
e) Rollentausch
Die folgenden Übungsblätter sollen Ihnen helfen, Ihre "Absoluten Erwartungen" zu erkennen und zu strukturieren. Dabei geht es darum - wie oben beschrieben - die Fragen nach den Auswirkungen, zum Absolutheitsanspruch, zum Nutzen, zur Logik und Realitätsnähe und in einem "Rollentausch" zu beantworten:
2.1.6. Muss-Gedanken 1 - Übungsblatt
Übungsblatt - Muss-Gedanken (Teil 1)
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2.1.7. Muss-Gedanken 2 - Übungsblatt
Übungsblatt - Muss-Gedanken (Teil 2)
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2.1.8. Muss-Gedanken 3 - Übungsblatt
Übungsblatt - Muss-Gedanken (Teil 3)
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Drucken Sie die 3 Übungsblätter aus ("Markieren", "Drucken Auswahl"), damit Sie sie in Ruhe ausfüllen können. Lassen Sie sich soviel Zeit, wie Sie brauchen, um danach zum nächsten Übungsschritt zu gehen.
2.2.1. Theoretische Einordnung
Bei diesem Bewertungsmuster, das ebenfalls unangemessen ist, geht es darum, dass Gesamturteile über Personen gefällt werden. Die globale (allgemein, umfassend) Personenbewertung ist eine weitere Konsequenz aus den nicht erfüllten absoluten Erwartungen. Wenn ich erwarte, dass ich selber und andere Menschen bestimmte Dinge um jeden Preis auf eine bestimmte Weise - wie ich sie haben will - tun müssen und dann feststelle, dass diese Dinge nicht entsprechend meinen Wünschen eintreffen, kommt es häufig dazu, dass man sich selber oder eine andere Person - die meinen Erwartungen nicht gerecht geworden ist - auf eine extreme Weise global (allgemein, umfassend) negativ bewertet. Bei diesem Denkmuster wird von dem Verhalten und den Eigenschaften einer Person auf die Person als Gesamtheit geschlossen.
Beispiel: "Weil du mir bei meinen Prüfungsvorbereitungen geholfen hast, bist du ein guter Mensch", oder "Weil ich in der Prüfung versagt habe, tauge ich nichts."
2.2.2. Voraussetzungen
Sie können auf unserer web-site "beratung-therapie.de" unter der Unterrubrik "Programme - Übungen Online", "Stärken-Schwächen-Analyse", die allgemeinen Programmteile 1 bis 3 durchnehmen und die Übung "Unterscheidung zwischen Gedanken und Gefühlen" und das "Übungsblatt zu Belastungen" durcharbeiten - besonders wichtig zum Verständnis der folgenden Übungen aber ist der einleitende
- das Modul "Absolute Erwartungen"
2.2.3. Sinnvolle Ergänzung
- das Gedankenmodul "Katastrophengedanken"
2.2.4. Grundlagen
Es geht hier - wie bei allen vier Gedankenmodulen - darum, die verschiedenen Arten von Einstellungen zu finden, die hinderlich beim Erreichen von Zielen sind (hier die globalen Personenbewertungen). Folgendes gibt dazu den Hintergrund: Es gibt die alten realitätsfernen Einstellungen, die durch Gewohnheit automatisch, d.h. ohne bewusste Steuerung, ablaufen. Diese müssen bewusst gemacht werden; man muss über sie nachdenken, sie diskutieren und andere Möglichkeiten der Bewertung der Situation ausprobieren. Somit gelangt man zunächst zu einer verstandesmäßigen Einsicht. Danach ist es wichtig, weiter neue Bewertungsmöglichkeiten auszuprobieren, um dann auch zu einer gefühlsmäßigen Einsicht zu gelangen, damit die neuen Einstellungen sich automatisieren können, d.h. auch ohne bewusste Steuerung ablaufen.
2.2.5. Techniken des Hinterfragens
Um an den grundlegenden Denkfehler bei Gesamtbewertungen von Personen heranzukommen, ist es sehr wichtig, sich den Unterschied zwischen Fakten und Meinungen bei der Bewertung von Personen und den Unterschied zwischen Handlungen oder Eigenschaften und der ganzen Person deutlich zu machen.
a) Werteskala
Jeder Mensch hat in seinem Leben verschiedene Funktionen zu erfüllen. Nicht jeder Mensch ist in jeder seiner Funktionen / Rollen gleich gut (z.B. Her Müller ist ein sehr guter Abteilungsleiter, versagt aber in seiner Funktion / Rolle als Vater, ist aber ein sehr guter Fußballer usw.).
Um sich dieser Funktionen / Rollen bewusst zu werden, soll man sich selbst in seinen unterschiedlichen Rollen hinsichtlich Leistung und Wert einschätzen (Wie ist mein Wert als Vater? Wie ist mein Wert als Beziehungspartner, mein Wert als Chef der Firma usw.?). Der Versuch, daraus einen Gesamtwert als Mensch abzuleiten soll zeigen, dass es so etwas wie einen Durchschnittswert als Mensch nicht gibt. Jeder Mensch hat in verschiedenen Bereichen seine Stärken und in anderen Schwächen. Ein Gesamtwert als Mensch ist eine unangemessene Verallgemeinerung.
b) Der symbolische Vergleich
Es ist durchaus zulässig, das Verhalten einer Person in einer bestimmten Situation zu kritisieren und auch zu verurteilen, doch ist es unzulässig, aus einem kritikfähigen Verhalten einer Person in einer bestimmten Situation eine Verurteilung der gesamten Person abzuleiten. Es ist unzulässig, von einzelnen Eigenschaften einer Person auf ihr gesamtes Wesen zu schließen.
In dem symbolischen Vergleich geht es darum, den Unterschied zwischen dem kritik- und verurteilungsfähigen Verhalten und dem nicht zu beurteilenden Mensch als Ganzem in einem symbolischen Vergleich deutlich zu machen.
c) Aktivitäten und Rollenaufzählung
Jeder Mensch hat Stärken und Schwächen. Nun geht es darum, eine Gesamtbewertung der eigenen Person aufzudecken. Bemerkt man solch eine Gesamtbewertung an sich selber, dann hilft es, alle Aktivitäten und Rollen von sich selber aufzuzählen, die zu dieser Bewertung im Widerspruch stehen (In welchem Bereich habe ich meine Stärken? Ist die Verurteilung der eigenen Person dann noch haltbar?).
Beispiel:
"Nur weil ich in der Prüfung versagt habe, heißt das noch lange nicht, dass ich ein Versager bin, da ich in meiner Rolle als Beziehungspartner und bei meinem Job sehr gut klar komme."
Was spricht dagegen, dass ich ein Versager bin: "Ich bin sportlich, kann sehr gut kochen, habe viele Freunde, komme an meinem Arbeitsplatz gut mit meinen Kollegen aus usw.".
d) Fakten und Meinungen
Ob man Fakten ( z.B. "Sybille hat blonde Haare") oder Meinungen (z.B. "Alle blonden Frauen sind dumm") über andere Menschen äußert, macht einen großen Unterschied, den man sich häufig nicht bewusst macht. Um das grundsätzliche Muster, das den Gesamtbewertungen zugrunde liegt, verstehen zu lernen, ist es notwendig festzustellen, wann man Fakten und wann man Meinungen über andere Menschen äußert.
Ihre persönliche Meinung bedeutet nicht, dass Sie oder andere Personen wirklich so sind.
Beispiel: Es ist ein großer Unterschied, ob Sie sagen "Ich habe eine 1 in meinem Examen" oder "Ich bin der klügste Mensch der Welt".
e) Fragen nach dem Realitätsgehalt - Das logisch-beweisbare Hinterfragen
Anhand der Werteskala, die man für sich selber vorgenommen hat, kann man sich die Bedeutung von Logik und beweisbarer Richtigkeit von Bewertungen klarmachen. Es geht darum zu erkennen, dass es unmöglich ist, einen Menschen mit seinen vielen verschiedenen Facetten allgemein zu bewerten. Es handelt sich immer um einen Denkfehler und eine extreme Verallgemeinerung, wenn eine Person als z.B. insgesamt "schlecht" oder "böse" bewertet wird, da andere wichtige Aspekte der Person nicht berücksichtigt werden. Es ist unlogisch von einer Verhaltensweise oder Eigenschaft einer Person auf die Gesamtheit der Person zu schließen. Jeder Mensch hat seine Stärken, aber selbstverständlich auch Schwächen. Es ist nur sinnvoll, einzelne Handlungen und Eigenschaften zu bewerten, nie die gesamte Person.
"Gibt es einen Beweis für meine Bewertung" und "Welche Konsequenzen hat meine Bewertung?" sind hier wieder die Leitfragen. Es ist wichtig, nach einem Beweis der eigenen Bewertung zu suchen, bzw. sich zu fragen, ob diese Bewertung logisch ist.
Außerdem haben solche Gesamtbewertungen über andere Personen sehr negative Konsequenzen. Sie führen zu übertriebenem Ärger über andere Menschen, verhindern eine konstruktive Auseinandersetzung mit anderen und führen dazu, dass die Ansprüche an sich und andere unrealistisch werden
2.2.6. Zusatz
Um ein gesundes Selbstvertrauen aufzubauen gilt es, von folgender unangemessenen Bewertung loszukommen:
Es gilt zu erreichen:
Die folgenden Übungsblätter sollen Ihnen helfen, Ihre "Globalen Personenbewertungen" zu erkennen und zu strukturieren. Dabei geht es darum - wie oben beschrieben - die Fragen nach der Personenbewertung mit Hilfe einer Werteskala, nach den Bewertungskonsequenzen, in einem symbolischen Vergleich und mit Fragen zu den Fakten und dem Realitätsgehalt zu beantworten:
2.2.7. Werteskala - Übungsblatt
Übungsblatt - Werteskala
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2.2.8. Konsequenzen Ihrer Bewertungen - Übungsblatt
Welche gefühls- und verhaltensmäßigen Konsequenzen treten bei Ihnen auf, wenn Sie nun merken, daß bei Ihnen negative Gesamtbewertungen der eigenen Person wirksam werden? Tragen Sie die Konsequenzen in die Tabelle ein.
Übungsblatt - Konsequenzen Ihrer Bewertung
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2.2.9. Symbolischer Vergleich - Übungsblatt
Übungsblatt - Symbolischer Vergleich
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2.2.10. Aktivitäten und Rollenaufzählung - Übungsblatt
Übungsblatt - Aktivitäten und Rollenaufzählung
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Drucken Sie die 4 Übungsblätter aus ("Markieren", "Drucken Auswahl"), damit Sie sie in Ruhe ausfüllen können. Lassen Sie sich soviel Zeit, wie Sie brauchen, um danach zum nächsten Übungsschritt zu gehen.
Das Konzept des Symptomstresses ist ein Strukturierungsansatz, der dabei hilft komplexe Probleme in einzelne ABCs (SCHRITT 1) zu gliedern.
Es sollte auf jeden Fall vorher eines der Gedankenmodule durchgenommen werden! (SCHRITT 2)
Ein Mann möchte gerne eine Frau ansprechen, die ihm schon lange gefällt und sie zum Essen einladen. Heute will er es endlich tun.
Doch sofort kommen ihm Zweifel: "Was passiert, wenn sie meine Einladung ablehnt? Eigentlich war sie mir gegenüber immer sehr zurückhaltend. Wahrscheinlich will sie gar nichts mit mir zu tun haben. Es wird eine unerträgliche Blamage für mich, und dann erzählt sie es eventuell noch weiter. - Ich werde sie lieber nicht ansprechen."
"Das kann ja nur mir passieren, mich zu verlieben und dann zu schüchtern zu sein, um sie anzusprechen. Auf diese Art und Weise werde ich nie eine Freundin finden. Was bin ich bloß für ein Versager! Ich schaffe einfach nie etwas!"
"Das ist ja mal wieder typisch! Nun habe ich es wieder geschafft, mich völlig fertigzumachen. Es reicht wohl nicht, dass ich es nicht schaffe, Frauen anzusprechen - zu allem Überfluss mache ich mich selbst noch total fertig."
"Um mich zu beruhigen muss ich jetzt unbedingt eine Zigarette rauchen."
In dieser Stimmung geht der Mann aus dem Haus und ist den ganzen restlichen Tag niedergeschlagen und ärgert sich über sich selbst.
Symptomstress ist, wenn Sie die Tatsache, dass Sie ein Problem haben als Belastung empfinden (anders gesagt: Sie leiden unter Stress über ein Symptom). Dieses Problem wird zu einem neuen auslösenden Ereignis A. Darüber entwickeln Sie unangemessene Bewertungen B. Dadurch wiederum entstehen weitere belastende Gefühle C (siehe ABC-Modell). Z.B. : "Es ist sehr schlimm, wenn ich es nicht schaffe, mit meinen Problemen alleine klarzukommen." Das Resultat ist, dass ein neues Problem aus einem bereits bestehenden Problem entsteht.
Beispiel:
Peter hat Angst davor Ärger zu bekommen, wenn er nicht zu allen Menschen nett ist. Doch er ärgert sich über seine unnötige Angst, denn warum soll er eigentlich zu allen nett sein? Doch er ärgert sich auch darüber, dass er sich über seine Angst ärgert, denn so ist er nun mal und damit sollte er sich eigentlich abfinden. Es entwickeln sich Schuldgefühle über den eigenen Ärger...
Symptomstress bedeutet also: Es entstehen weitere belastende, negative Gefühle aus bereits bestehenden belastenden Gefühlen. Das stellt eine zusätzliche Belastung dar und hilft nicht dabei, besser mit dem Problem umzugehen, sondern ist eine Zusatzbelastung. Diese Zusatzbelastung hindert daran, das Problem in den Griff zu bekommen.
In der Sprache des ABC-Modells (s. SCHRITT 1) heißt Symptomstress: Ein C wird zu einem neuen A.
Beispiel:
A1 = (auslösendes Ereignis) = Die Gelegenheit eine attraktive Person kennen zu lernen.
B1 = (Bewertung / Beschreibung der Situation) = "Ich muss auf jeden Fall Erfolg haben. Sollte es mir nicht gelingen, ist das sehr schlimm."
C1 = (Konsequenzen) = A2 = Es entsteht Angst zu versagen, mit dem Resultat der attraktiven Person aus dem Weg zu gehen.
B2 = "Sollte ich unsicher wirken, wenn ich die Person anspreche, wird sie mich auf jeden Fall ablehnen, und das könnte ich nicht ertragen. Was bin ich doch für ein Versager, dass ich immer so schüchtern bin! Das kann ja nur mir passieren! Ich schaffe es einfach nicht, mein Leben in den Griff zu bekommen."
C2 = A3 = Man ärgert sich still vor sich hin.
B3 = "Das ist alles so typisch für mich. Nun habe ich es mal wieder geschafft, mich völlig fertigzumachen. Mein Leben ist eine einzige Katastrophe."
C3 = Man fühlt sich total deprimiert - raucht vielleicht erst einmal eine Zigarette ...
Diese Kette lässt sich beliebig weiter fortsetzen. Durch Symptomstress kann man in einen Teufelskreis geraten, und man wird immer ängstlicher, ärgerlicher und depressiver.
Symptomstress kann aber auch dazu führen, dass die Belastung auf weitere und neue Lebensbereiche ausgeweitet wird.
Wesentlich zu erkennen ist, dass Symptomstress dabei behindert, sich mit dem Ausgangsproblem auseinanderzusetzen. Sein Problem zunächst einmal zu akzeptieren, ist die Grundvoraussetzung dafür, sich überhaupt mit dem Problem beschäftigen zu können. Nur so besteht die Möglichkeit ein Problem zu lösen.
Konkret bedeutet das: Erkennt man, dass man sich aufgrund eines Problems Symptomstress macht, sollte man sich möglichst als erstes mit dem Symptomstress beschäftigen.
Übungsblatt - Symptomstress erkennen
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Drucken Sie sich obige Tabelle aus (vorher "Markieren", dann "Drucken Auswahl") und nehmen Sie sich Zeit dafür, sie auszufüllen und durchzuarbeiten, und gehen Sie dann zu Schritt 4.
Das Gefühl Eifersucht beinhaltet Anteile aus:
Die zentralen unangemessenen Bewertungen sind:
Übungsblatt - Wie eifersüchtig bin Ich?
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Eifersucht ist ein Problem, dass häufig in Partnerschaften und auch in Freundschaften auftritt. Es ist eine Angstreaktion auf den möglichen Verlust eines nahe stehenden Menschen. Es ist anzunehmen, dass es Eifersucht solange geben wird, wie es enge gefühlsmäßige Bindungen zwischen Menschen gibt. Die erfolgversprechendste Möglichkeit, sich gegen zu große Eifersucht zu schützen, ist die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit zu größerer Selbständigkeit.
Typische gedankliche Merkmale von Eifersucht:
WICHTIG:
Eifersucht ist ein gemischtes Gefühl, d.h. dass meistens verschiedene Gefühle gemeinsam auftreten (z.B. Ärger und Angst). Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Sie das Symptomstress-Konzept kennen, da Sie dann besser verstehen können, wie eine Situation unterschiedliche Gefühle nacheinander auslösen kann.
Diskutieren Sie mit einer oder mehreren Personen folgende weit verbreitete Mythen:
Diskutieren Sie anschließend folgende angemessene Alternativbewertungen:
Erstrebenswert ist folgende Einstellung:
Ich brauche Dich nicht absolut, d.h. in dem Sinne, dass ich ohne Dich nicht leben könnte, aber ich liebe Dich, und aus diesem Grund wünsche ich mir, dass wir sehr lange zusammen bleiben.
Übungsblatt - ABC Eifersuchtsproblem
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Bei der Bewältigung Ihrer Eifersucht kann es Ihnen auch helfen, wenn Sie versuchen das gefürchtete Verhalten bei Ihrem Partner zu provozieren:
Dabei ist es sehr wichtig, dass Sie in der gefürchteten Situation auf Ihre Gefühle und Vorstellungen achten.
Betonung auf der Leitfrage: Wo ist der Beweis, wo ist die Logik des absoluten Muss? (logisch-beweisbares Hinterfragen)
Dipl.-Psych. Volker Drewes
Nollendorfstr. 28
10777 Berlin