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The­ra­pie­me­tho­den

 

Wir geben Ihnen einen Über­blick über The­ra­pie­me­tho­den in ver­schie­de­nen The­ra­pie­for­men.

 

Therapiemethoden in der Gestalttherapie

Gestalt­the­ra­pie-Spe­zi­fi­sche Tak­ti­ken

Die Tak­ti­ken ent­sprin­gen dem grund­le­gen­den Ziel, die Auf­merk­sam­keit und die Bewuss­t­heit des Pati­en­ten wie­der zu inte­grie­ren und dem wei­te­ren Ziel, seine Pro­blem­lö­se­fä­hig­keit zu ent­wi­ckeln. Nach Auf­fas­sung der Gestalt­the­ra­pie demon­s­triert der Pati­ent kon­ti­nu­ier­lich seine Ver­mei­dung mit sei­nem Erle­ben in bewuss­tem Kon­takt zu ste­hen. Perls beschreibt die grund­le­gende the­ra­peu­ti­sche Stra­te­gie, um die­ses Ver­mei­dungs­ver­hal­ten auf­zu­bre­chen fol­gen­der­ma­ßen:

"Des­halb ist das, was ich als The­ra­peut tue, als Kata­ly­sa­tor in zwei Rich­tun­gen zu arbei­ten: Situa­ti­o­nen her­stel­len, in denen eine Per­son diese Fest­ge­fah­ren­heit erlebt, die Unbe­quem­lich­keit-, und ich frus­triere ihr Ver­mei­dungs­ver­hal­ten wei­ter, bis sie bereit ist, ihre eige­nen Res­sour­cen zu mobi­li­sie­ren" (Perls IN: Cochrane/ Hol­lo­way, 1982, S. 44).

Es gibt viele spe­zi­fi­sche Metho­den zur Durch­füh­rung der Gestalt­the­ra­pie. Um die Viel­falt zu kate­go­ri­sie­ren, las­sen sie sich nach dem Aus­maß ein­tei­len, in dem sie in ers­ter Linie die Erwei­te­rung der Zugäng­lich­keit des mensch­li­chen Erle­bens­flus­ses oder eine Erwei­te­rung des Sinns für das eigene Erle­ben inten­die­ren. Die ers­te­ren nennt man Bewuss­t­heits-Erzeu­gende Tech­ni­ken (awa­ren­ess-gene­ra­ting), die letz­te­ren die Ver­ant­wor­tungs-Erzeu­gen­den (respon­si­bi­lity-gene­ra­ting) -Tech­ni­ken. In der Pra­xis müs­sen aber beide Ziele kom­bi­niert wer­den, um die Ziele der Gestalt­the­ra­pie zu errei­chen.

Die Frus­tra­tion des Pati­en­ten

Für Perls bedeu­tet "Frus­tra­tion" die unver­meid­bare Begleit­er­schei­nung sei­ner grund­le­gen­den the­ra­peu­ti­schen Stra­te­gie, dem Pati­en­ten nicht aktiv zu hel­fen. "Damit, dem Pati­en­ten nicht zu hel­fen, meint Perls, ihm nicht seine Bedürf­nisse zu erfül­len, nicht seine Arbeit für ihn zu tun und nicht die feh­len­den Teile des Pati­en­ten ein­zu­set­zen" (Cochrane/ Hol­lo­way, 1982, S. 41). Perls will den Pati­en­ten seine eige­nen Res­sour­cen spü­ren las­sen. Dies kann sei­ner Mei­nung nach nur gesche­hen, wenn der The­ra­peut dem Pati­en­ten nicht Dinge abnimmt, die er sel­ber leis­ten kann. Diese man­gelnde Bereit­schaft des The­ra­peu­ten, den Pati­en­ten zu füh­ren, wird unver­meid­lich vom Pati­en­ten als Frus­tra­tion erlebt.

 
 

Techniken der Verhaltenstherapie

"All­ge­mein gespro­chen kön­nen Ver­hal­tenspro­bleme auf zwei Arten ent­ste­hen. Wenn es einer Per­son nicht gelingt, eine not­wen­dige, anpas­sungs­fä­hige Form des Ver­hal­tens zu erlan­gen, so kann die­ses Unver­mö­gen ein Pro­blem (...) her­bei­füh­ren. Die meis­ten neu­ro­ti­schen Fehl­ver­hal­tens­wei­sen bei Erwach­se­nen sind jedoch im wesent­li­chen unnö­tige Reak­ti­o­nen: der Pati­ent hat eine dau­ernde, nicht ange­passte Form des Ver­hal­tens (z.B. Angst, pho­bi­sche Zustände usw.) erwor­ben" (Arnold/ Eysenck/ Meili, 1991, S. 2463).

Zum Ler­nen und Ver­ler­nen von bestimm­ten Ver­hal­tens­wei­sen wur­den zu the­ra­peu­ti­schen Zwe­cken u.a. fol­gende Tech­ni­ken ent­wi­ckelt:

1. Die sys­te­ma­ti­sche Desen­si­bi­li­sie­rung

Das Ver­fah­ren der sys­te­ma­ti­schen Desen­si­bi­li­sie­rung bezieht sich auf Per­so­nen, bei denen über­mä­ßige Angst fest­zu­stel­len ist, die kei­ner real exis­tie­ren­den Gefahr ent­spricht. In der The­ra­pie soll der Pati­ent ler­nen, sich voll­kom­men zu ent­span­nen und sich die gefürch­te­ten Situa­ti­o­nen (bzw. den furcht­be­setz­ten Reiz) vor­zu­stel­len. Die­ses Ver­fah­ren ent­wi­ckelte der The­ra­peut Joseph Wolpe. Mit sys­te­ma­ti­scher Desen­si­bi­li­sie­rung bezeich­nete er den schritt­wei­sen Abbau neu­ro­ti­scher Angst­ge­wohn­hei­ten.

Es ist ein Ver­fah­ren in 3 Stu­fen:

  • A.) Der erste Schritt küm­mert sich noch nicht um die Sym­ptome, son­dern es wird ein Ent­span­nungs­trai­ning ein­ge­übt (z.B. auto­ge­nes Trai­ning, gestufte Aktiv­hyp­nose, Medi­ta­tion). Ver­wen­dete Grund­lage ist meis­tens das Ent­span­nungs­trai­ning von Jacobs­son. Die Mus­keln wer­den dabei ruck­haft gespannt und ent­spannt und Atem- und Sprech­ap­pa­rat wird so vari­iert, dass jeder­zeit auf Kom­mando eine Ruhig­stel­lung erzeugt wer­den kann.
  • B.) Der Kli­ent stellt Angst­hi­er­a­r­chien auf, d.h. er muss klä­ren, wel­che Berei­che stär­ker und wel­che weni­ger angst­be­setzt sind. Diese Zustands­be­schrei­bun­gen muss er in eine Skala von 0 (ohne Angst) bis 100 (maxi­male Angst) ein­ord­nen.
  • C.) Die vor­her­ge­hen­den Stu­fen sind Pro­ble­m­ana­lyse und The­ra­pie­vor­be­rei­tung zugleich. In der eigent­li­chen The­ra­pie stellt sich der Kli­ent im ent­spann­ten Zustand kurz­fris­tige (ca. 10 Sekun­den) angst­be­setzte Inhalte aus der erstell­ten Hier­a­r­chie vor. Sobald er Angst ver­spürt, mel­det er das dem The­ra­peu­ten, wor­auf der The­ra­peut die Ent­span­nungs­phase solange aus­dehnt, bis er merkt, dass die Angst­re­ak­tion des Kli­en­ten been­det ist. Es erfolgt bei den angst­be­setz­ten Vor­stel­lungs­in­hal­ten eine Annä­he­rung an die jeweils höher angst­aus­lö­sende Situa­tion. Dies kann noch mit ande­ren Ver­fah­ren als der Ent­span­nung gekop­pelt wer­den (z.B. mit Rol­len­spie­len mit einer Gruppe von Per­so­nen, die keine Angst haben).

Zusam­men­fas­send:

Zunächst ruft sich der Pati­ent weni­ger gefürch­tete Reize ins Gedächt­nis, stei­gert aber stu­fen­weise den Grad der Bedroh­lich­keit der Reize. Der Wech­sel zwi­schen ent­spann­ter Ein­stel­lung und vor­ge­stell­ter Bedro­hung wird so oft auf­ein­an­der fol­gend wie­der­holt, bis der Pati­ent berich­tet, dass seine Angst abnimmt, bis er schließ­lich fähig sein soll, den vor­ge­stell­ten bedroh­li­chen Situa­ti­o­nen ruhig zu begeg­nen. Die­ses Ver­hal­ten soll dann auf die reale Lebens­si­tua­tion über­tra­gen wer­den. Kli­ni­sche und expe­ri­men­telle Ergeb­nisse haben gezeigt, dass bedeut­same und andau­ernde Reduk­tion der Angst durch diese Methode der Desen­si­ti­vie­rung erreicht wer­den kön­nen.

2. Die Aver­si­ons­the­ra­pie

Ziel der Aver­si­ons­the­ra­pie ist es, zwi­schen uner­wünsch­ten Ver­hal­tens­mus­tern und unan­ge­neh­men Rei­zen eine Ver­bin­dung zu schaf­fen (klas­si­sches Kon­di­tio­nie­ren), oder aber die unan­ge­neh­men Reize tre­ten als Folge des uner­wünsch­ten Ver­hal­tens auf (ope­ran­tes Kon­di­tio­nie­ren). In jedem Fall ist dabei wich­tig, dass eine Ver­bin­dung zwi­schen dem Ver­hal­ten und dem unan­ge­neh­men Reiz geschaf­fen wird. Die Annahme, die dahin­ter steht besagt, dass durch die Bil­dung die­ser Ver­bin­dung die Wahr­schein­lich­keit, dass das uner­wünschte Ver­hal­ten gezeigt wird, sinkt. Im Ide­a­l­fall bie­tet die The­ra­pie dem Pati­en­ten eine akzep­ta­ble Alter­na­tive.

Bei die­ser Form der Behand­lung wird eine Reihe unan­ge­neh­mer Reize ver­wen­det. Am wei­tes­ten ver­brei­tet sind elek­tri­sche und che­mi­sche Reize. Die unan­ge­neh­men elek­tri­schen Reize wer­den so ein­ge­setzt, dass dem Pati­en­ten jedes mal, wenn er das uner­wünschte Ver­hal­ten zeigt, ein schmerz­haf­ter elek­tri­scher Schock ver­setzt wird. Die che­mi­schen Mit­tel wer­den so ver­wen­det, dass dem Pati­en­ten ein übel­kei­ter­zeu­gen­des Mit­tel ver­ab­reicht wird, und er, wenn die maxi­male Wir­kung des Mit­tels erreicht ist, ver­an­lasst wird, das uner­wünschte Ver­hal­ten aus­zu­füh­ren. Diese Form der The­ra­pie wird haupt­säch­lich bei der Behand­lung von Alko­ho­lis­mus und sexu­el­len Stö­run­gen ange­wandt (d.h. ins­be­son­dere bei uner­wünsch­tem Ver­hal­ten, das sich selbst ver­stärkt, d.h. ange­nehme Fol­gen hat).

Die erkennt­nis­mä­ßi­gen Fähig­kei­ten des Men­schen gewan­nen aber auch in der Aver­si­ons­the­ra­pie an Bedeu­tung und es wurde ein Ver­fah­ren, das sich "ver­deckte Sen­si­bi­li­sie­rung" nennt, ent­wi­ckelt. Auch hier wird ver­sucht, eine Ver­bin­dung zwi­schen einem uner­wünsch­ten Ver­hal­ten und einem unan­ge­neh­men Gefühl her­zu­stel­len, doch geschieht die Behand­lung hier rein auf der Vor­stel­lungs­ebene. Der Pati­ent wird gebe­ten sich die unan­ge­nehme Situa­tion und dann einige unan­ge­nehme Kon­se­quen­zen (z.B. Übel­keit, Schmerz, etc.) vor­zu­stel­len.

3. Die Tech­ni­ken des Ope­ran­ten Kon­di­tio­nie­rens

Diese Tech­ni­ken stam­men zum Groß­teil aus den Arbei­ten von B.F. Skin­ner. Sie basie­ren auf dem zen­tra­len Begriff der Bekräf­ti­gung (posi­tive oder nega­tive Bekräf­ti­gung, auch Ver­stär­kung genannt). Das wich­tigste Merk­mal des ope­ran­ten Kon­di­tio­nie­rens ist, dass durch sys­te­ma­ti­sche Beloh­nung ein erwünsch­tes Ver­hal­ten erreicht wer­den soll und durch sys­te­ma­ti­sche nega­tive Kon­se­quen­zen ein uner­wünsch­tes Ver­hal­ten eli­mi­niert wer­den soll. Posi­tive Fol­gen auf ein bestimm­tes Ver­hal­ten ver­stär­ken die­ses Ver­hal­ten, und Ver­hal­ten, das unbe­frie­di­gende Kon­se­quen­zen zur Folge hat, wird geschwächt. Erwünsch­tes Ver­hal­ten wird wie­der­holt, da es posi­tive Kon­se­quen­zen hatte, und uner­wünsch­tes Ver­hal­ten wird auf­grund der nega­ti­ven Kon­se­quen­zen eli­mi­niert. "Um Ver­hal­ten zu erzeu­gen und auf­recht­zu­er­hal­ten, müs­sen die ver­stär­ken­den oder befrie­di­gen­den Kon­se­quen­zen von den in Frage ste­hen­den Reak­ti­o­nen abhän­gig gemacht wer­den. Beim Erler­nen des Spre­chens z.B. folgt der rich­ti­gen Aus­spra­che die ver­stär­kende Kon­se­quenz (z.B. Lob, Beloh­nung)" (Arnold/ Eysenck/ Meili, 1991, S. 2466).

4. Spe­zi­elle Tech­ni­ken/ das Klas­si­sche Kon­di­tio­nie­ren

Die bei­den bekann­tes­ten Tech­ni­ken wer­den für die Behand­lung des Ein­näs­sens und Bett­näs­sens (Enure­sis) und des Stot­terns ange­wen­det. Die ursprüng­li­che The­ra­pie, die für das Ein­näs­sen ent­wi­ckelt wurde, basierte auf einem klas­si­schen Kon­di­tio­nie­rungs­mo­dell. Hier­bei han­delt es sich um eine Appa­ra­tur, die bereits bei einem klei­nen Trop­fen Urin eine Klin­gel akti­viert, die das Kind auf­we­cken und das Uri­nie­ren unter­bricht oder ver­hin­dert. Das klas­si­sche Kon­di­tio­nie­ren geht zurück auf Unter­su­chun­gen von I.P. Paw­low. Sein Expe­ri­ment an Hun­den ver­an­schau­licht die Funk­ti­ons­weise des klas­si­schen Kon­di­tio­nie­rens: Fut­ter (unbe­ding­ter Reiz) ruft bei Hun­den Spei­chel­fluss (unbe­ding­ter Reflex) her­vor. Paw­low beglei­tete den Reflex des Spei­chel­flus­ses mit einem Glock­en­ton (neu­tra­ler Reiz). Nach mehr­ma­li­gem Wie­der­ho­len die­ses Vor­gan­ges kann alleine der Glock­en­ton (ohne Fut­ter­gabe) den Spei­chel­fluss aus­lö­sen. Aus dem ursprüng­lich neu­tra­lem Reiz ist ein beding­ter Reiz gewor­den, der die Funk­tion des unbe­ding­ten Rei­zes (in die­sem Fall des Fut­ters) über­nom­men hat und so den ursprüng­lich unbe­ding­ten Reflex als beding­ten Reflex her­vor­ruft.

5. Ver­hal­tens­aus­for­mung (sha­ping)

Der Begriff der Ver­hal­tens­aus­for­mung (sha­ping) bezeich­net in der ame­ri­ka­ni­schen Ver­hal­tens­the­ra­pie ein zusam­men­hän­gen­des, aber indi­vi­du­ell vari­a­bles Ver­fah­ren mit einer Reihe von Schrit­ten. Es geht davon aus, dass der Pati­ent zu Beginn der The­ra­pie zu einer über­stei­ger­ten Schil­de­rung sei­ner Lei­den neigt und oft im Selbst­mit­leid schwelgt.

    1) Die­ses Ver­hal­ten erklärt der The­ra­peut für nutz­los und ver­sucht, dies dras­tisch zu ver­hin­dern.

    2) Der Kli­ent soll statt­des­sen ein auto­ma­ti­sier­tes Ver­hal­ten ler­nen, das nicht ver­ein­bar mit selbst­mit­lei­di­gem Jam­mern ist (z.B. freu­dige Gedan­ken oder häu­fi­ger Ruhig­stel­lung oder Ent­span­nung).

    3) Das abzu­leh­nende Ver­hal­ten wird nach sei­nen Sym­pto­men auf­ge­schlüs­selt und in klei­nen Schrit­ten soll ver­sucht wer­den, die­ses Ver­hal­ten abzu­le­gen (Klein­schritt­ler­nen).

    4) Ein wich­ti­ger Bestand­teil die­ser The­ra­pie ist, dass der Kli­ent aus der Rou­tine aus­bricht, die ihn unfä­hig macht, sein Ver­hal­ten zu ändern. Er soll ler­nen, sein Ver­hal­ten zu ver­än­dern. Diese Ver­hal­tens­än­de­run­gen stel­len einen Ver­such dar, Bequem­lich­keit abzu­weh­ren (Rou­ti­ne­ab­lö­sung).

    5) Die Ver­hal­tens­the­ra­pie setzt das so genannte Ket­ten­durch­bre­chen (chai­ning) sys­te­ma­tisch fort. Bei kom­pli­zier­ten Ver­hal­tens­mus­tern genü­gen die ein­fa­che Unter­drü­ckung bzw. die Ent­zugs­schritte häu­fig nicht (z.B. bei Sucht­ver­hal­ten genügt der ein­fa­che Ent­zug meis­tens nicht). Das Gesamt­ver­hal­ten wird in ein­zelne Sequen­zen auf­ge­teilt (bran­ching) und diese wer­den nach­träg­lich zu einem neuen Ver­hal­ten­s­pro­gramm zusam­men­ge­setzt.

    6) Durch Kon­fron­tie­ren wird ver­sucht, Selbst­si­cher­heit, die zu jedem aus­ge­reif­ten Ver­hal­ten gehört, auf­zu­bauen bzw. zu ver­stär­ken (z.B. übt man einer ande­ren Per­son nahe gegen­über zu sit­zen und ihr ohne Ablen­kung in die Augen zu sehen).

    7) Belas­tungs­si­tua­ti­o­nen wer­den durch spe­zi­elle Ver­fah­ren (coping skill trai­ning) geför­dert (z.B. lässt man den Kli­ent ihm beson­ders unan­ge­nehme Dinge, wie Bet­teln gehen, aus­füh­ren).

    8) Nicht nur zum Abschluss, son­dern auch the­ra­pie­be­glei­tend stellt man Ver­fah­ren zur Selbst­kon­trolle zur Ver­fü­gung(z.B. Nie­der­schrif­ten des Ver­hal­tens, Gedan­ken­kon­troll­tech­ni­ken, usw.).

    9) Nach Been­di­gung der The­ra­pie kön­nen so genannte Boos­ter­sit­zun­gen statt­fin­den, d.h. Ergän­zungs- oder Wie­der­ho­lungs­sit­zun­gen, die zur Auf­fri­schung des Gelern­ten gedacht sind.

6.Kon­fron­ta­ti­ons­ver­fah­ren

Die­ses Ver­fah­ren unter­schei­det sich von der sys­te­ma­ti­schen Desen­si­bi­li­sie­rung haupt­säch­lich dadurch, dass beim Auf­tre­ten einer Angst­re­ak­tion der Kon­takt mit dem angst­be­setz­ten Inhalt nicht abge­bro­chen, son­dern sogar gestei­gert wird. Dahin­ter steckt die Annahme, dass sie dann, natür­lich unter der genauen Kon­trolle des The­ra­peu­ten, spon­tan auf­hört. Bei der so genann­ten Reiz­über­flu­tung (floo­ding) wird bei­spiels­weise eine Per­son mit einer Schlan­gen­pho­bie in beab­sich­tig­ter Über­stei­ge­rung im Wech­sel mit leben­den Schlan­gen (in-vivo-floo­ding) und inten­si­ven Vor­stel­lun­gen von Schlan­gen (floo­ding-in-ima­gi­na­tion) mit den angst­aus­lö­sen­den Tie­ren kon­fron­tiert. Es gibt noch eine Viel­zahl sol­cher Anwen­dun­gen, deren Anwen­dung aber umstrit­ten ist.

7.Pro­blem­lö­sungs­trai­ning

Pro­blem­lö­sungs­trai­ning dient in der Ver­hal­tens­the­ra­pie dem Trai­nie­ren von sozi­a­len Kom­pe­ten­zen. Die Ver­fah­ren unter­schei­den ver­schie­dene Sta­dien: Zwi­schen dem Beginn und dem Ziel fin­det eine so genannte Vor­wärts-Rück­wärts-Pla­nung statt. Das Pro­blem muss zunächst ana­ly­siert wer­den; ebenso alle damit zusam­men­hän­gen­den Schwie­rig­kei­ten. Hier­bei wirkt sich psy­cho­lo­gisch hem­mend ein Man­gel an Such­be­reit­schaft aus. Es folgt eine Auf­glie­de­rung aller mög­li­chen Alter­na­ti­ven. Schwie­rig ist die Ana­lyse der Kon­se­quen­zen der Alter­na­ti­ven und Wech­sel­wir­kun­gen (Ver­flech­tung der Vor- und Nach­teile). Das Pro­blem­lö­se­trai­ning zeigt drei Haupt­pro­bleme des Pro­blem­lö­sens:

1. Die Unkennt­nis der Ursa­chen
2. Die Blo­ckie­rung der Mög­lich­kei­ten
3. Das Feh­len einer Zie­li­n­i­tia­tive

Um den Vor­satz auch bis zur Durch­set­zung in die Tat zu brin­gen, hilft ein Selbst­si­cher­heits­trai­ning und eine per­ma­nente Refle­xion der Ziel­vor­gabe

 
 

Analytische Therapie

"Die psychoanalytische >Kur< der Analyse ist eine einseitige Aussprache des Klienten über alles, was ihm im Zusammenhang mit seinen Traumerlebnissen einfällt. Der Therapeut sitzt hinter dem auf der Couch liegenden Patienten und hört >neu­tral< zu" (Benesch, 1994, S. 375). Bei die­ser Art der The­ra­pie tre­ten nor­ma­le­r­weise 2 wich­tige Momente auf. Der eine ist, dass der Pati­ent Wider­stände bei der Erfor­schung sei­nes Unbe­wuss­ten zu über­win­den hat, und der zweite ist das Pro­blem der Über­tra­gung. Über­tra­gung bezeich­net in der Psy­cho­ana­lyse den Vor­gang, wodurch die unbe­wuss­ten Wün­sche am The­ra­peu­ten - im Rah­men die­ses spe­zi­el­len Bezie­hungs­ty­pes - aktu­a­li­siert wer­den. Es han­delt sich um die Wie­der­ho­lung kind­li­cher Vor­bil­der, die in der the­ra­peu­ti­schen Bezie­hung in einem beson­de­ren Gefühl von Aktu­a­li­tät erlebt wer­den. "Was die Psychoanalytiker >Über­tra­gung< nen­nen, ist meis­tens die Über­tra­gung in der Behand­lung, ohne nähere Bestim­mung. Die Über­tra­gung wird klas­sisch als das Feld ange­se­hen, auf dem sich die Pro­ble­ma­tik einer psy­cho­ana­ly­ti­schen Behand­lung abspielt, deren Beginn, deren Moda­li­tä­ten, die gege­be­nen Deu­tun­gen und die sich dar­aus ablei­ten­den For­de­run­gen" (Laplan­che/ Pon­ta­lis, 1998, S. 550). Von Sei­ten des The­ra­peu­ten erfolgt eine Gegen­über­tra­gung. Unter Gegen­über­tra­gung ver­steht man in der Psy­cho­ana­lyse: "Gesamt­heit der unbe­wuss­ten Reak­ti­o­nen des Ana­ly­ti­kers auf die Per­son des Ana­ly­san­den und ganz beson­ders auf des­sen Über­tra­gung" (a.a.O., S. 164). Bei dem Phä­no­men der Über­tra­gung unter­schei­det Freud zwei Pha­sen: "In der ers­ten wird alle Libido von Sym­pto­men her in die Über­tra­gung gedrängt und dort kon­zen­triert; in der zwei­ten wird der Kampf um die­ses neue Objekt durch­ge­führt und die Libido von ihm frei­ge­macht (Ges. Werke XI)" (Freud IN: Benesch, 1994, S. 375). Green­son unter­schei­det in der The­ra­pie 4 Abschnitte:

1. Die Kon­fron­ta­tion (es wer­den z.B. Trau­m­in­halte hin­ter­fragt)
2. Die Mate­ri­al­klä­rung (z.B. das Traum­ma­te­rial wird zusam­men­ge­stellt)
3. Deu­tungs­ope­ra­tion
4. Affek­t­ab­fuhr

"Die für den guten Aus­gang ent­schei­dende Ver­än­de­rung ist die Aus­schal­tung der Ver­drän­gung bei die­sem erneu­ten Kon­flikt" (Freud IN: Benesch, 1994, S. 375).

 
 

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