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Beziehungsmodelle

Kollusionskonzept

 

Einleitung zu Beziehungsmodelle

Jürg Willis Kollusionskonzept behandelt Schwierigkeiten, in die Paare kommen können, die sich für eine dauerhafte Bindung entscheiden. In jeder tieferen Zweierbeziehung kommt es nach Willi zu einer Funktionsteilung zwischen den Partnern.

"Sie helfen sich gegenseitig, ergänzen sich und erfüllen stellvertretend füreinander gewisse Aufgaben. Jedes übernimmt seinen Neigungen und Eignungen entsprechend gewisse Aspekte des Paarlebens, die ihm näher liegen als dem Partner. Das erhöht die Effizienz des Paares und verschafft den Partnern Befriedigung, läßt die Partnerschaft als sinnvoll erscheinen und erzeugt eine zunächst durchaus gewünschte Interdependenz und Zusammengehörigkeit. Die Partner spielen sich aufeinander ein. Es bildet sich in ihrer Beziehung ein gemeinsames Selbst, das das psychische Leben des einzelnen nicht mehr unabhängig von demjenigen des Partners sich entfalten lässt. Die Bildung dieses >gemeinsamen Selbst< kann sich als gefährlich erweisen und zur Quelle destruktiver Gebundenheit werden" (Willi, 1975, S. 13).

Die bei Willi dargestellten Beziehungskonflikte sind lediglich Extremformen der Schwierigkeiten, die möglicherweise auftreten. Sie können zu einem tieferen Verständnis von Paarkonflikten führen.

Von "normal funktionierenden Paaren" sagt Willi: "Die Funktionsteilung innerhalb eines Paares, das Ergänzungsverhältnis und die Integration der Verhaltensweisen zu einem übergeordneten Ganzen sind ein normaler gruppendynamischer Vorgang und sind für die Partner eine Bereicherung und ein Gewinn" (a.a.O., S. 188)

 

Funktionsprinzipien von Paarbeziehungen

Partnerschaftskonflikte haben meist vielschichtige Ursachen.

Willi fielen aus seiner eigenen therapeutischen Praxis drei Funktionsprinzipien auf, die er als wichtig für das Gelingen von Paarbeziehungen ansieht:

  1. Das Abgrenzungsprinzip: Ein gut funktionierendes Paar muss sich nach außen, d.h. gegen andere, klar definieren, muss aber gleichzeitig nach innen klar definiert sein
  2. In der Partnerschaft sollen regressiv ("kindliche") und progressiv ("erwachsene") Verhaltensweisen nicht polarisiert auf die Partner verteilt sein.
  3. Das Prinzip des Gleichgewichts des Selbstwertgefühls: In einer funktionsfähigen Partnerschaft müssen die Partner in einem gleichwertigen Verhältnis zueinander stehen.

Diese Prinzipien bilden nur den Rahmen für eine funktionierende Partnerschaft, machen aber noch keine gute Beziehung aus. Meistens kennen beide Partner intuitiv diese Regeln. Werden die Regeln nicht eingehalten, beruht dies meist aus tiefliegenden Schwierigkeiten.

zu 1.Funktonsprinzipien von Paarbeziehungen

Hier geht es um die Fragen: Wie nah kann sich ein Paar kommen, ohne dass sich die Partner als Individuum aufgeben und wie stark soll sich ein Paar gegen außen abgrenzen?

"Ich glaube, dass jedes Paar sich seine Position auf einem Kontinuum zwischen Verschmelzung und rigider Abgrenzung suchen muss. Der Mittelbereich zwischen diesen Extremen erlaubt ein normales Funktionieren einer Paarbeziehung" (Willi, 1975, S. 16)

Bildet das Paar eine totale Symbiose und bildet dabei ein gemeinsames Selbst, grenzen es sich meist stark von der Außenwelt ab. Es kommt leicht zu einer Überintimität und einem Verlust der eigenen Ich-Grenzen. Häufig wird dann versucht, alles Negative von der Beziehung fernzuhalten.

Das extreme Gegenteil wäre, wenn sich die Partner aus Angst vor Selbstverlust streng gegeneinander abgrenzen und sich vor zu großer Intimität fürchten. Die Grenzen zu anderen Menschen sind dann meist unklar, d.h. die enge Beziehung zu Drittpersonen dient als Schutz vor allzu großer Nähe zu dem Partner.

Für eine gesunde Beziehung ist wichtig:

  • Klare Unterscheidung der Beziehung von anderen Partnerbeziehungen
  • Das Paar muss klar gegen außen abgegrenzt sein, d.h. sie müssen sich als Paar
  • fühlen und füreinander eigenen Raum und eigene Zeit beanspruchen, d.h. ein Eigenleben als Paar haben
  • Innerhalb des Paares müssen klare Grenzen gezogen werden, d.h. die Partner müssen klar voneinander unterschieden bleiben und die gegenseitigen Grenzen auch respektieren

Die Grenzen nach innen und nach außen müssen für die Partner selber, aber auch für Außenstehende sichtbar sein; sie dürfen aber nicht starr sein.

zu 2. Progressives und Regressives Abwehrverhalten

Eine enge Beziehung weist viele psychologische Parallelen zu der frühkindlichen Eltern-Kind-Beziehung auf und wird auch wesentlich von dieser ersten menschlichen Beziehung geprägt. Die ersten Lebensmonate und Jahre des Kindes sind seine ersten Erfahrungen intimer menschlicher Beziehungen. Mit einer festen Paarbeziehung begeben sich die Partner wieder in ein ähnliches Beziehungssystem mit dem Unterschied, dass sie jetzt keine Kinder mehr sind, oft aber auch noch keine reifen Erwachsenen. Entsprechend ist, nach Willi, vieles in der Beziehung zwiespältig: Auf der einen Seite angelegt auf Regression (= Rückwärtsgewandtheit) in kindliche Verhaltensmuster und durch kindlichen Nachholbedarf geprägt, auf der anderen Seite angelegt auf Progression
(= Vorwärtsgewandtheit) zu erwachsenem, reifem Verhalten.

Es gibt keine menschliche Beziehung, die der Intimität der frühkindlichen Eltern-Kind-Beziehung so nahe kommen kann, wie eine enge Paarbindung und keine andere Beziehung kann die elementaren Bedürfnisse nach Geborgensein, Einssein, Schutz und Umsorgung umfassender bieten. Auf der anderen Seite gibt es auch keine andere Beziehungsform, die ein so hohes Maß an Stabilität, Identität, Autonomie und Reife von den Partnern fordert, wie eine intime und stabile Beziehung. Die Partner fordern gegenseitiges Verständnis und Unterstützung der eigenen Entwicklung. Die Lösung der Probleme, die in einer Partnerschaft auftreten, erfordern Kompetenz und Tatkraft.

"In einer gesunden Paarbeziehung profitieren die Partner von der Möglichkeit, in freischwingender Balance partiell progredieren und regredieren zu können. Bald weint sich der eine regressiv beim anderen aus, der ihn in der Mutter-Position tröstet, bald ist es wieder der andere, der hilflos ist und den Rat und die Unterstützung des ersteren beansprucht... Das gegenseitige Stützen und Gestütztwerden vermittelt den Partnern ein hohes Maß an Befriedigung und gibt eine wesentliche Motivation zur Paarbildung. Vorübergehend teilweise regredieren zu können ist für die Reifung eine wichtige Voraussetzung" (Willi, 1975, S. 21).

Nach Willi hat jeder Mensch progressive und regressive Tendenzen, doch manchen Menschen ist progressives oder regressives Verhalten erschwert.

In einer Beziehung neigen manche dazu, rein regressives Verhalten an den Tag zu legen: Sie erwarten einseitig von einer Beziehung die Erfüllung ihrer Bedürfnisse. Dieses Verhalten kann beispielsweise dadurch verursacht worden sein, dass jemand als Kind so viele Enttäuschungen erlebt hat, so dass er daraus einen unersättlichen Nachholbedarf ableitet.

Die andere Möglichkeit ist die, dass sich einer der Partner mit dem Bemühen erwachsen zu sein überfordert. Jede schwache Verhaltensweise wird als kindlich abgelehnt und gemieden. In der Partnerschaft suchen sie eine Aufgabe, in der sie sich als Führer und Hilfeleistender betätigen können.

Dieses Bedürfnis entspringt aber nicht echter Stärke und Reife, sondern ist eher ein Versuch, die eigene Kindlichkeit und Schwäche zu überspielen.

Diese Charakterhaltung kann darauf gründen, dass man dieser Person als Kind nie erlaubt hat Schwäche zu zeigen, oder dass es so verniedlicht wurde. In der Beziehung soll das nun durch erwachsenes Verhalten ausgeglichen werden.

Die Begriffe der regressiven und der progressiven Position haben in Willis Beziehungsmodell eine zentrale Bedeutung. In seinen Ausführungen werden die beiden Positionen ausschließlich als neurotische Abwehrhaltungen, d.h. Abwehrhaltungen gegen einen in frühester Kindheit liegenden Konflikt, verstanden: "Regression als ein Zurückfallen auf kindliche Verhaltensweisen, Progression als Versuch, eigene Schwäche mit Erwachsenheitsfassade zu überspielen" (a.a.O., S. 23).

Bei gestörten Beziehungen sieht man besonders häufig die Verbindung eines Partners, der ein Bedürfnis nach Ausgleich seines Konfliktes durch Progression hat und einem Partner, der das Bedürfnis nach regressiver Befriedigung hat. "Sie verstärken und fixieren sich gegenseitig in diesem einseitigen Verhalten, weil sie sich wechselseitig in diesen Funktionen benötigen." (a.a.O., S. 24). Diese Verbindung nennt Willi Kollusion.

In westlichen Kulturkreisen besteht die Tendenz, progressives Verhalten vor allem Männern und regressives Verhalten der Frau zuzuschreiben.

zu 3. Die Gleichwertigkeitsbalance

In einer glücklichen Beziehung haben die beiden Partner ein Gefühl der Gleichwertigkeit. Das bedeutet, dass sie sich ebenbürtig in ihrem Selbstwertgefühl sind. Es bedeutet nicht, dass sie das gleiche Verhalten und die gleichen Funktionen erfüllen müssen. Beispielsweise kann es durchaus sein, dass einer der Partner die Führungsrolle nach außen hin übernimmt und extrovertierter und geselliger ist, was noch lange nicht bedeuten muss, dass der andere Partner ihm unterlegen ist. "Selbst wenn tatsächlich der eine der Stärkere ist, lässt es die Paardynamik nicht zu, dass er von seiner Stärke Gebrauch macht" (Willi, 1975, S. 25)

Auch wenn zu Beginn der Beziehung das Prinzip der Gleichwertigkeit gewahrt wird, ist nicht gewährleistet, dass es im Laufe des langjährigen Zusammenseins erhalten bleibt. Unter den heutigen gesellschaftlichen Bedingungen ist es durchaus noch so, dass der Mann Familie und beruflichen Aufstieg besser verbinden kann, und so bessere Chancen hat sein Selbstwertgefühl durch berufliche Leistungen zu heben, während ein Leben als Hausfrau und Mutter weniger gesellschaftliche Bestätigung bietet. Dies kann zu einem Ungleichgewicht des Selbstwertgefühls führen und Konflikte innerhalb der Beziehung auslösen.

Normalerweise besteht bei einem Paar, wie in jeder Gruppe, ein so genannter Solidaritätsdruck, durch den versucht wird, Ungleichheiten unter Gleichrangigen möglichst gering zu halten.

Solange die Partner noch aufeinander bezogen sind, besteht auch meist noch ein Ausgleich der Dominanz und Unterordnung. Doch sobald die Spannung zwischen den Partnern ansteigt, wird der Kampf um die Dominanz in einer Beziehung härter. Kippt die Balance, gibt es zahlreiche Möglichkeiten sie wiederherzustellen: Besteht eine offene Gleichwertigkeit, kann man Auseinandersetzungen direkt und möglichst sachbezogen austragen, doch es gibt auch destruktive Mittel, mit denen versucht werden kann das Gleichgewicht wiederherzustellen: z.B. durch eine destruktive Vorwurfshaltung, Weglaufen, psychosomatische Symptombildung, Einbezug von Drittpersonen usw.

Viele Qualen in einer Beziehung rühren daher, dass Konflikte nicht mehr direkt und mit gleichartigen Waffen ausgetragen, sondern solche destruktiven Mittel zur Hilfe genommen werden. Eine faire Konfliktlösung wird vermieden, und früher oder später führt dies zu einer Eskalation des Konfliktes.

 

Phasen einer engen Beziehung

Es ist wichtig für eine funktionsfähige Beziehung , dass sie nicht als ein über die Zeit statisch gleich bleibendes Gebilde verstanden wird, sondern als ein kontinuierlich sich verändernder Prozess. Viele Konflikte entstehen dadurch, dass die Partner es nicht wagen, sich auf diesen Entwicklungsprozess einzulassen, da sie befürchten ihr ursprüngliches Glück damit zu zerstören. Doch jede Beziehung macht Entwicklungsphasen durch, die typische und ganz normale Konflikte und Krisen mit sich bringen. Und das Bemühen um eine angemessene Bewältigung der phasentypischen Krisen hält eine Beziehung lebendig.

Beziehungspartner müssen bereit sein, sich in den Krisen in ehrlicher Weise auszusetzen. Das Krankhafte ist nicht das Auftreten von Krisen. Die krankhaften Phänomene einer Beziehung treten vielmehr durch das Ausweichen vor diesen Konflikten auf. Nach Willi kann der Rückzug aus echten Auseinandersetzungen ein Festfahren in Kollusionen bedingen. Willi führt alles exemplarisch an der Ehe, als verbindlichster Form enger Beziehungen, aus. Die Ausführungen lassen sich aber auch auf enge Beziehungen ohne Trauschein übertragen, auch deswegen, weil heutzutage feste Beziehungen für viele denselben Stellenwert wie eine Ehe haben.

Willi definiert die so genannten "Normalkrisen" einer Beziehung folgendermaßen:

"Die Ehe umfasst praktisch das ganze Erwachsenenalter. Sie durchläuft dabei verschiedene Phasen, die ich bezeichnen möchte als Phasen der stabilen Paarbildung, als Aufbau- und Produktionsphase, Krise der mittleren Jahre und als Altersehe. Jede dieser Phasen hat eine andere Gestalt der Ehe bezüglich Intensität, Intimität und Motivation. Jede Phase hat ihre eigenen Probleme und Konflikte. Die Umstellung von der Beziehungsform der einen Phase in diejenige der nächstfolgenden Phase erzeugt Angst und erfordert von den Partnern ein hohes Maß an Flexibilität und Anpassung" (Willi, 1975, S. 32).

Manche erfahren die Krisen und Auseinandersetzungen jeder einzelnen Phase als Bereicherung, manche sind davon überfordert. Sind die Partner aufgrund früherer Beziehungsstörungen, meist aus der frühen Kindheit, behindert, können die zwangsläufig auftretenden Probleme zu unbewältigbaren Beziehungskrisen führen.

 

Das Konzept der Kollusion

Willi sieht in den Beziehungskonflikten der Partner bei jedem Paar eine Variation eines immer gleich bleibenden Grundthemas.

"Diese den Partnern gemeinsame Grundthematik bildet ein gemeinsames Unbewusstes... Das Zusammenspiel der Partner auf Grund dieses gemeinsamen Unbewussten bezeichne ich - in Anlehnung an H. DICKS (s.S.76) - als Kollusion" (Willi, 1975, S. 47).

Damit beansprucht Willi aber nicht, alle Aspekte des Ehekonflikts zu erfassen, sondern er schafft ein Konzept, dass er als sinnvoll für die therapeutische Praxis erachtet.

Es ist wichtig, die Partnerschaft als Ganzes, als System zu betrachten (im Sinne der Kommunikationstheorie), so dass Konflikte nicht einseitig dem Fehlverhalten des einen noch des anderen zugeschrieben werden können. Dies unterscheidet sich von der Psychoanalyse insofern, als dass diese sich ausschließlich auf das Individuum und seine unbewussten Vorgänge als Untersuchungsgegenstand konzentriert: Die Konflikte in einer Beziehung entstehen aufgrund belastender Erfahrungen in der Kindheit, die in der Beziehung aktiviert wurden.

Die Kommunikationstheorie betont dagegen die Erfassung einer Partnerschaft als ganzheitliches System. Das Verhalten der Partner ist regelkreisartig aufeinander bezogen und hat keinen Anfang und kein Ende. Das Verhalten des einen Partners ist durch das des anderen bedingt und umgekehrt. Ursache und Wirkung, Reiz und Reaktion sind untrennbar.

Der familientherapeutische Ansatz bezieht sich auf das krankmachende Milieu. Die Notwendigkeit, dass dieses Milieu, meist die Familie, als Auslöser für Störungen mitbehandelt werden muss, wird betont.

Willi versucht mit seinem Konzept der Kollusion wichtige Aspekte der drei Ansätze zu einem übergeordneten Ganzen zu vereinen.

"Nach dem Konzept der Kollusionstherapie ist eheliches Verhalten eines Individuums zwar wesentlich von seiner persönlichen Vorgeschichte determiniert (genetischer Aspekt der Psychoanalyse); in seinem Manifestwerden ist eheliches Verhalten aber auch wesentlich vom verstärkenden oder dämpfenden Verhalten des Partners bestimmt (Kommunikationstheorie), wobei das verstärkende oder dämpfende Verhalten des Partners seinerseits wieder durch dessen persönlichen Hintergrund motiviert ist (Aspekt der frühen Familientherapie). Besonders verhängnisvoll muss sich auswirken, wenn eine ungünstige persönliche Entwicklungsbereitschaft durch eine gleichlaufende Tendenz von Seiten des Partners aufgeschaukelt wird... Die gleichartig gestörten Partner fördern sich gegenseitig in ihrem pathologischen Verhalten und spielen sich auf ein unbewusstes Arrangement, auf eine Kollusion ein. Sie tun dies, obgleich sie bewusst mit der Partnerwahl das Gegenteil intendierten, nämlich ihre schon vorher bestehende Störung miteinander zu bewältigen." (a.a.O., S. 55-56)

Zusammenfassend die wichtigsten Punkte des Kollusionskonzeptes:

  1. Kollusion bezeichnet das uneingestandene Zusammenspiel von Partnern aufgrund eines gleichartigen und unbewältigten Grundkonfliktes.
  2. Dieser Grundkonflikt wird in verschiedenen Rollen ausgetragen, die gegenteilig wirken, aber nur polarisierte Varianten eines gleichgearteten Konfliktes sind.
  3. Partner mit einem gleichartigen Grundkonflikt provozieren bei dem einen progressive und bei dem anderen regressive Selbstheilungsversuche.
  4. Ein wesentlicher Teil der Anziehung und der starken Bindung ist durch das regressive und progressive Abwehrverhalten bedingt. Beide glauben durch ihren Partner von ihrem Grundkonflikt befreit zu werden.
  5. Nach längerem Zusammensein scheitert dieser so genannte kollusive Selbstheilungsversuch dadurch, dass das Verdrängte bei beiden Partnern wiederkehrt. Die Anteile, die man auf den Partner verlegt hatte, kommen im eigenen Selbst wieder hoch.
 

Vier Grundmuster des unbewußten Zusammenspiels der Partner

Willi arbeitete vier auffällige Grundthemen heraus, die er als Kollusionsmuster darstellte. Diese Themen lehnen sich an die Themen der frühkindlichen Entwicklungsstufen, die die Psychoanalyse herausgearbeitet hat, an. Nach ihnen hat Willi sie auch benannt (Willi bezieht sich bei seiner Darstellung der frühkindlichen Entwicklungsphasen vor allem auf Eric ERIKSON und Georges ENGEL).

Themen sind folgende:

  1. Das narzisstische Beziehungsthema: Kennzeichnend für dieses Thema ist die Frage danach, inwieweit Liebe und eine enge Partnerschaft erfordern, dass man sich selbst aufgibt und wieweit es erlaubt man selber zu sein (Liebe als Einssein).
  2. Das orale Beziehungsthema: Zentral ist die Frage, ob man in einer engen Beziehung an seinen Partner erwarten kann, dass er einen umsorgt wie eine Mutter, ohne dafür eine entsprechende Gegenleistung zu erwarten, oder inwiefern man die Rolle der unerschöpflich spendenden Mutter einnehmen kann (Liebe als Umsorgtwerden).
  3. Das anal-sadistische Beziehungsthema: Dieses Thema behandelt die Frage nach Autonomie. Inwieweit kann man sich in einer engen Beziehung in Abhängigkeit begeben, ohne ausgenutzt zu werden. Kann man einen berechtigten Anspruch haben, den Partner ganz zu besitzen, oder muss man ihm autonome Bereiche zugestehen (Liebe als Einander-ganz-Gehören).
  4. Das phallisch-ödipale Beziehungsthema: Dieses Thema behandelt die Frage, inwieweit Frauen auf die Entwicklung "männlicher" Eigenschaften verzichten müssen und sich an ihn anlehnen und inwieweit der Mann verpflichtet ist, sich immer stark zu verhalten (Liebe als männliche Bewährungsprobe).

"Diese vier Themen sind reale Schwierigkeiten für jedes Paar. Jedes Paar wird von diesen Themen berührt werden und muss die für beide Partner zuträglichste Lösung finden. Wenn ein Paar die mit diesen Themen verbundenen Schwierigkeiten nicht zu bewältigen vermag, beruht das oft wesentlich auf tieferen Beziehungsschwierigkeiten, deren Wurzeln in der frühen Kindheit liegen" (Willi, 1975, S. 62).

Die Entwicklungsphasen in der frühen Kindheit stellen das Kind vor ähnliche Konflikte, für die es Lösungen finden muss.

Lernt das Kind nicht, diese Konflikte in adäquater Form zu lösen und sind diese Konflikte darüber hinaus mit Scham und Angst besetzt, wird oft die Erlösung in der Partnerschaft gesucht, in der man sich aber häufig wieder in denselben Schwierigkeiten wieder findet.

Die psychoanalytische Entwicklungslehre beschreibt drei unterschiedliche Entwicklungsstufen des Kindes (bezüglich der Entwicklung des Geschlechtstriebes):

  1. Die orale Phase umfasst ungefähr das erste Lebensjahr. Das Kind ist vollkommen abhängig von der Pflege der Bezugsperson. Hier macht es die elementaren Erfahrungen über Bedürfnisbefriedigung und seine Befindlichkeit in der Welt. Das Erleben von Versorgtwerden, Haut- und Blickkontakt sind in dieser Phase von zentraler Bedeutung
  2. Die anal-sadistische Phase umfasst circa das 2. bis 4. Lebensjahr. Sie wird auch Autonomie- oder Separationsphase genannt. Das Kind macht erhebliche Fortschritte in seiner Ich-Entwicklung und erwirbt motorische und sprachliche Sicherheit. Das Kind lernt sich gegen seine Umwelt abzugrenzen und sich zu behaupten und erlebt die Ambivalenz zwischen "Macht" (durch seine erworbenen Fähigkeiten) und "Unterwerfung" als lustvoll.
  3. Die phallisch-ödipale Phase umfasst circa das 4. bis 7. Lebensjahr. Wichtige Bedeutung erhält in dieser Phase die Geschlechterdifferenz zwischen männlich und weiblich. Hier bildet sich darüber hinaus das Empfinden für Werte und Normen aus, das Gewissen formiert sich, und die Entwicklung eines Ich-Ideals tritt in eine entscheidende Phase.

Der narzisstische Aspekt bezieht sich auf die Entwicklung des Selbst in der Beziehung zu anderen Personen und lässt sich nicht direkt in die Entwicklungsstufen einreihen. Er läuft parallel zu den Entwicklungsstufen, als eine andere Seite der frühkindlichen Entwicklung. Freud unterschied zwischen primärem und sekundärem Narzissmus.

  1. Der primäre Narzissmus: Er entspricht dem Zustand des Säuglings in seinen ersten Lebensmonaten. Der Säugling kann noch nicht zwischen sich und der Umgebung unterscheiden. Er fühlt sich identisch mit der Umwelt und die Umwelt identisch mit sich. [Anmerkung: diese Annahme wird heutzutage insofern revidiert, als man davon ausgeht, dass der Säugling sehr wohl zu erheblichen, eigenständigen Wahrnehmungen in der Lage ist – "der kompetente Säugling" – darüber mehr an anderer Stelle. Die hier dargestellten, grundsätzlichen Überlegungen werden aber dadurch kaum in Frage gestellt.] Dieser Zustand geht jeglicher Differenzierung zwischen Selbst und anderen voraus. Erwachsene, die an einer primär-narzisstischen Störung leiden, haben ein schwaches Selbst und laufen Gefahr sich nicht genügend von ihrer Umgebung abgrenzen zu können. Es fehlt ihnen eine existentielle Sicherheit und das Urvertrauen. In einer Beziehung fällt es solchen Menschen schwer, ihr eigenes Selbst und das des Partners als getrenntes Selbst wahrzunehmen. Sie haben immer die Tendenz, in den Zustand des vollkommenen Einsseins des ganz frühen Säuglingsstadiums zurückzufallen, in der sie sich identisch mit ihrer Umwelt fühlten und die Umwelt nur eine Funktion ihrer selbst war. In ihrer Phantasie tendieren sie dabei zu erheblicher Selbstüberschätzung und Allmachtsphantasien.
  2. Der sekundäre Narzissmus: Dieser entwickelt sich, wenn das Kind extreme Erfahrungen von Verlassenwerden und/ oder Ungeliebtsein durch seine Bezugspersonen, zu der sich seine Beziehung bereits etabliert hatte, machen muss. Durch die andauernde Kränkung werden Gefühle/ Triebe/ Begierden von anderen Personen abgezogen und auf das eigene Selbst gerichtet. Es entsteht also eine Form von Selbstliebe als Reaktion auf eine frustrierende und feindliche Umwelt. Erwachsene, die an einer sekundär-narzisstischen Störung leiden, haben ein unsicheres und leicht verletzliches Selbstwertgefühl, sind somit leicht kränkbar und stark auf Selbstbestätigung durch andere angewiesen. Ihr Selbst ist aber schon so weit etabliert, dass es, trotz Zusammenbruch des Selbstwertgefühls, nicht gefährdet ist (wie bei primär-narzisstisch-Gestörten). Das Kind erlebt häufig in der phallisch-ödipalen Phase Kränkungen, die die Ausbildung einer sekündär-narzisstischen Störung im Erwachsenenalter begünstigen.

Willis Grundthemen beschreiben schwer gestörte Partnerschaften; er sieht aber die Problematik in geringerer Ausprägung in jeder engen Partnerschaft.

 

I. Das Thema "Liebe als Einssein" in der Narzisstischen Kollusion

"Die Thematik, die das Paar in der narzisstischen Kollusion beunruhigt, ist die Frage, inwiefern Liebe die Selbstaufgabe für den Partner erfordert oder einem ermöglicht, man selbst zu bleiben. Eine andere, ergänzende Frage lautet: kann der Partner als ein Wesen mit eigener Autonomie erfahren werden oder lediglich als Erweiterung und Ausläufer des eigenen Selbst?" (Willi, 1975, S. 65)

Die Narzisstische Charakterstrucktur

Willi unterscheidet zwei Grundtypen narzisstischer Persönlichkeiten:

  1. Die phallisch-exhibitionistischen Narzissten: Sie sind den sekundär-narzisstisch Gestörten zuzuordnen. Sie sind extrovertiert, setzen sich ständig in Szene und sind oft gute Unterhalter. Es ist die sozial akzeptiertere Form. Vor allen Dingen findet man sie in der Geschäftswelt, da sie dort mit ihrer Selbstbezogenheit und Skrupellosigkeit erfolgreich sind. Sozialkontakte dienen zur Erhöhung des Selbstwertgefühls. Phallische Narzissten brauchen Kontakt, da sie darauf angewiesen sind, von anderen bewundert zu werden. "Die Beziehungspersonen sind aber als Individuen bedeutungslos. Sie sind keine Personen mit einem Zentrum eigener Initiative und Aktivität (KOHUT)...Narzissten haben ein ungesichertes Selbstgefühl und können den Partner nicht als eigenständiges Individuum wahrnehmen, sondern nur als >narzisstisches Objekt<, als eine Erweiterung des eigenen Selbst, als etwas, das ihr Selbst auffüllt, ergänzt, schmückt und erhöht" (Willi, 1975, S. 66/67). Eigentlich sehnen sich Narzissten nach dem so genannten primär-narzisstischen Urzustand zurück, in dem sie noch keine Trennung zwischen sich und der Umwelt kannten. Da ihnen aber das totale Einssein nicht mehr gelingen kann, lassen sie in einer Beziehung nur die Aspekte zu, die ihren Vorstellungen entsprechen. Sie entwerfen ein Idealbild ihres Partners und reagieren mit Wut, wenn diese sich nicht dementsprechend verhalten, da sie in diesen Situationen gezwungen sind, das Anders- und Getrenntsein der Beziehungsperson wahrzunehmen. Der Narzisst ist direkt und kompromisslos in seinen Kritikäußerungen, reagiert aber seinerseits äußerst empfindlich auf Kritik. Wenn der Beziehungspartner sie nicht vorbehaltlos unterstützt, wird er fallengelassen.
  2. Die schizoiden Narzissten: Sie leiden vorrangig an einer primär-narzisstischen Störung. Sie sind sozial gehemmt, drängen sich der Umgebung nicht auf und sind introvertiert und warten darauf, dass man ihre Werte entdeckt. Mit seiner Schüchternheit beeindruckt er zuerst die Beziehungsperson. Sie rätselt, was in ihm vorgehen könnte und beginnt leicht, ihn zu idealisieren. Meist ist er ein guter Zuhörer und hat eine außergewöhnliche Einfühlungsgabe. In einer Partnerschaft wird im Gespräch vieles nur angedeutet. "Der Narzisst in seiner Vorstellung des Einsseins nimmt als gegeben an, dass der Partner all seine Gefühle, Strebungen und Phantasien mitvollzieht" (Willi, a.a.O., S. 69). Dadurch hält er sich aber auch immer einen Fluchtweg offen. So ist der Partner in einer ständigen Ungewissheit. "Der Partner fühlt sich nicht als eigenständiger Mensch vom Narzissten gesehen, sondern muss sich nach dessen Idealbild verhalten. Die Beziehung ist so zerbrechlich, dass keinerlei Erwartungen und Ansprüche gestellt werden dürfen" (a.a.O., S. 70).

Entwicklungsgeschichtlicher Hintergrund

In der Regel wird angenommen, dass die Mutterbeziehung des Narzissten derart gestaltet war, dass die Mutter das Kind nur als ein Teil ihrer Selbst sehen konnte. Entwickelt das Kind Autonomie, reagiert die Mutter [Anmerkung: wenn hier von der Mutter die Rede ist, ist damit immer die erste Bezugsperson gemeint – das kann natürlich auch ein anderer Mensch sein] mit Wut und empfindet jede Tendenz des Kindes, von ihren Vorstellungen und Erwartungen abzuweichen, als persönliche Kränkung. Sie entwickelt Strategien, dem Kind Eigenschaften zuzuschreiben, die ihren Vorstellungen entsprechen (das Kind als "Wurmfortsatz" der Eltern).

Das Kind kann unter solchen Bedingungen kein Selbst entwickeln, und ihm wird der Mut zur eigenen Identität genommen. Die Folgen davon sind ein schwaches Selbst, unsichere Selbstgrenzen und ein geringes Selbstwertgefühl.

Liebe empfindet das Kind als Taktik, um es zu kontrollieren, und es kann kein reifes Wert- und Normempfinden entwickeln, da es diese als etwas ihm aufgedrängtes erlebt und solche ethisch-moralischen Maßstäbe nicht in eigener Erfahrung erproben kann. Häufig fühlen sich diese Kinder auch rein als Schmuckstück der Mutter.

Als Nachwirkung dieser Mutterbeziehung, kann der Narzisst oft nicht anders als in intimen Zweierbeziehungen den Partner wie seine Mutter zu erleben, als jemanden, der ihn für seine Belange manipulieren will.

Eine andere Variante wäre die, dass das Kind überhaupt keine stabile Bezugsperson hatte. Es wurde in seiner Existenz nie richtig beantwortet, kennt die Erfahrung geliebt und als wichtig erachtet und mit Einfühlung versorgt zu werden, nicht. "Sie retteten sich über diesen Mangel hinweg durch Rückzug in eine Welt halluzinatorischer Wunscherfüllung, in eine phantastische Traumwelt, deren Mittelpunkt sie bilden, eine Welt, die nur ihnen gehört" (Willi, 1975, S. 72).

Partner sind Funktionsträger in ihrer Phantasiewelt, aber keine eigenständigen Personen mit eigenen Interessen.

Der Narzisst und die Partnerschaft

Der Narzisst kann sich eine Liebesbeziehung nur so vorstellen, dass einer der Partner seine Bedürfnisse zugunsten des anderen aufgibt. Für ihn ist es nicht vorstellbar, dass man jemanden lieben kann, ohne dass einer auf seine Meinung und Ansprüche verzichten muss, und es ist unvorstellbar, dass man Meinungsverschiedenheiten aufrechterhalten kann, ohne dass dabei die Beziehung kaputt geht. "Für den Narzissten kann eine intensive Liebesbeziehung nur das totale Einswerden, die Verschmelzung, die völlige Konkordanz sein. Eine solche Verschmelzung muss aber für ein derart ungesichertes Selbst eine schwere Bedrohung sein" (Willi, 1975, S. 73). Daher haben Narzissten auch große Angst vor dieser Verschmelzung. Viele Narzissten fühlen sich von Zweierbeziehungen überfordert, wohingegen sie sich in Gruppen sehr wohl fühlen. Oft geht es ihnen auch nur um die Eroberung des Partners als Selbstbestätigung, und die Beziehung wird danach uninteressant.

Die Partner von Narzissten

Während man Narzissten in der Umgangssprache meist als Egoisten bezeichnet, so sind ihre typischen Partner meist altruistisch. Es sind bescheidene Menschen, die es gewohnt sind sich anzupassen und ein schlechtes Selbstwertgefühl haben. Meist sind sie es schon von Kind an gewohnt, entwertet zu werden, und ihnen wurde das Recht auf ein eigenes Selbst abgesprochen.

Sieht man genauer hin, haben sie aber meist Größenphantasien, wegen derer sie sich schämen. Sie versuchen diese Phantasien abzuwehren, da sie glauben, sie hätten keinen Anspruch darauf.

So projizieren sie auf einen idealisierten Partner ihr Ideal-Selbst, um sich mit ihm zu identifizieren und so zu einem eigenen akzeptablen Selbst zu gelangen. In der Liebe leben sie nur für ihren Partner und zeigen die Tendenz, ihn kritik- und bedingungslos zu idealisieren.

Willi nennt solche Menschen Komplementärnarzissten.

"Der Komplementärnarzisst ist im Grunde auch narzisstisch strukturiert, aber mit umgekehrten Vorzeichen. Da, wo der Narzisst nur sich selbst bewundern lassen will, will der Komplementärnarzisst sich ganz für einen anderen aufgeben. Da, wo der Narzisst sein Selbstgefühl erhöhen will, will sein Partner auf ein eigenes Selbst verzichten, um das Selbst eines anderen zu erhöhen, mit dem er sich identifiziert. Da, wo der Narzisst voller Angst vor Verschmelzung mit einer Beziehungsperson ist, hat sein Partner den Wunsch, ganz im anderen aufzugehen" (Willi, 1975, S. 77-78).

Beide haben eine gleich geartete Grundstörung. Beide haben ein ungenügend geformtes, in seiner Abgrenzung zu anderen gefährdetes und als minderwertig empfundenes Selbst. Die Art der Abwehr gegen diesen Mangel ist unterschiedlich: "Der Narzisst versucht sein schlechtes Selbst durch den Partner aufzuwerten, der Komplementärnarzisst dagegen sucht sich ein idealisiertes Selbst bei einem anderen zu entlehnen" (a.a.O, S. 78).

Eine solche Partnerschaft kann ein Narzisst eingehen, ohne sich in seinem Selbst bedroht zu fühlen, da der Partner sich ihm völlig unterordnet. Er wird von seinem Partner uneingeschränkt bewundert und muss auf seine Ansprüche keine Rücksicht nehmen.

Doch in einer längeren Partnerschaft erweist sich dieses scheinbare Gleichgewicht als trügerisch. Die vollkommene Empathie des einen Partners, die jede Regung des Narzissten mitvollzieht, übt gerade durch diese Selbstaufgabe nach einer Weile eine starke Kontrolle aus. Bald wiederholt sich auch eine ähnliche Beziehung, wie die frühere zur Mutter. Das Idealbild engt immer stärker ein.

Dem Narzissten wird immer unerträglicher, dass jemand so sehr in ihn eingedrungen ist, und er versucht sich zu distanzieren, indem er den Partner erniedrigt und verletzt. Der Partner nimmt es hin, mit der Erklärung, dass der Narzisst es im Grunde nicht so meine.

Die Narzisstische Partnerwahl

Der Narzisst versucht einen Partner zu finden, der keine eigenen Ansprüche stellt, ihn bedingungslos verehrt und idealisiert. Außerdem sucht er einen Partner, der alles für ihn aufgibt und nur für ihn lebt. So besteht keine Gefahr, dass er sich für seinen Partner einschränken muss.

Von seiner Motivation her entspricht der Komplementärnarzisst diesen Bedürfnissen. Auf den ersten Blick ergänzen sie sich ideal. Der Narzisst erfährt durch seinen Partner die erforderliche Selbstbestätigung, und der Partner ist glücklich, sich mit dem idealisierten Partner identifizieren zu können. Beide fühlen ihre Art der Abwehr durch den Partner gesichert.

"Der Narzisst glaubt, es könne für ihn keine Gefahr eines Selbstverlustes, einer Verschmelzung oder Fremdbestimmung seines Selbst bestehen, da der Partner sich für ihn aufgibt und ihn idealisiert. Der Komplementärnarzisst sieht keine Gefahr, dass er weiterhin unter Minderwertigkeitsgefühlen wegen unerfüllbarer Größenvorstellungen leiden müsse, weil jetzt der Partner an seiner Stelle diese Ansprüche erfüllen werde" (Willi, 1975, S. 80).

Der Beginn des Narzisstischen Paarkonfliktes

Indem sich der Komplementärnarzisst völlig mit seinem idealisierten Partner identifiziert, nagelt er ihn auch auf ein bestimmtes Bild fest. Da der Narzisst so abhängig in seinem Selbstwert von der Bewunderung seines Partners ist, lässt er sich zunehmend von dem Idealbild bestimmen. Er versucht sich zwar von dem Partner abzugrenzen, gerät aber immer mehr unter den Druck der Idealvorstellungen. Er versucht auszubrechen, indem er den Partner erniedrigt. Er kämpft um die Erhaltung seines Selbst, kann sich aber nicht befreien, da er vom Partner ganz durchdrungen ist. Die Schläge gegen den Partner laufen ins Leere, da dieser ihm nichts als Individuum mit eigener Autonomie entgegenzusetzen hat, sondern nur durch ihn lebt.

"Der Interaktionszirkel lautet jetzt für den Narzissten: "Ich bin so bös und rücksichtslos, weil du mich so verpflichtest und festlegst", und für den Komplementärnarzissten: "Ich verpflichte dich und enge dich ein, weil du so bös und rücksichtslos bist" (Willi, 1975, S. 82).

Auch der Komplementärnarzisst ist verzweifelt, da er alles für die Beziehung aufgegeben hat und darauf angewiesen ist, in dem Partner das Ideal-Selbst aufrechtzuerhalten. Daher versucht er in fast wahnhafter Weise, dieses Idealbild immer wieder herzustellen, ohne zu sehen wie der Partner sich fühlt.

 

II. Das Thema "Liebe als Einander-Umsorgen" in der oralen Kollusion

Die so genannte orale Kollusion ist getragen von der Vorstellung, der eine Partner habe die Funktion der Mutter, der andere die des hilflosen Kindes. Damit ist die unausgesprochene Annahme verbunden, die Hilfsbereitschaft des einen sei unerschöpflich und erfordere keine Gegenleistung.

Die früheste Mutter-Kind-Beziehung, die orale Phase, ist von dieser Thematik gekennzeichnet. Unbewältigte Schwierigkeiten in dieser Beziehung, sind der Nährboden für die orale Kollusion in der Partnerschaft.

Die orale Phase

Die erste menschliche Beziehung des Kindes wird vor allem durch das Nahrungsbedürfnis hergestellt. Die Befriedigung des Bedürfnisses ist an eine dritte Person, meistens die Mutter, gebunden, die ihrerseits stark von ihrer eigenen Lebenserfahrung geprägt ist. Idealerweise verschafft die Befriedigung der Bedürfnisse des Säuglings der Mutter eigene Befriedigung.

Im Laufe dieser Phasen entwickeln sich bei dem Kind primitive Formen des Erkennens und Vorausahnens, und es lernt, zwischen Bedürfnis und dessen Befriedigung einen Aufschub einzuschalten. Je besser das Kind das Mutterbild verinnerlicht und die Erfahrung der Verlässlichkeit der Beziehung und Bedürfnisbefriedigung gemacht hat, desto besser kann es Aufschub ertragen.

Da vieles dieser ersten menschlichen Beziehung mit Ernährtwerden zu tun hat, wird diese erste Beziehungsform zur Umwelt auch als einverleibende Beziehung bezeichnet. "Was in der Umwelt gut, wünschenswert und spannungsmindernd ist, gelangt ins Innere. Das ist die orale Beziehungsmodalität" (Willi, 1975, S. 90).

Allmählich lernt das Kind, sich Befriedigungen vorzustellen oder nachzuahmen (z.B. durch Fingerlutschen - der Finger als ein so genanntes "Übergangsobjekt"), für die es vorher total von seiner Umwelt abhängig war. Die Erinnerungen, die dies ermöglichen, sind verinnerlichte Teile der Außenwelt. Gefühle der Bedürfnisbefriedigung sind mit dem verinnerlichten Bild der "guten Mutter" verbunden. So wird die Mutter ein wesentlicher Teil des sich entwickelnden kindlichen Ichs.

Das Kind entwickelt nun Abwehrmechanismen, um Gutes zu sichern und Schlechtes von sich fernzuhalten. Negative Gefühle werden der "bösen Mutter", positive der "guten Mutter" zugeschrieben; was negativ ist, wird ausgestoßen, was positiv ist, festgehalten und verinnerlicht.

"Das Lernen, wie man sich Lust sichert und Unlust vermeidet, findet durch die Wechselbeziehung zwischen Mutter und Kind statt" (a.a.O., S. 91). Es ist die Grundlage für die spätere Identifikation. Eine positive Entwicklung entsteht nur durch eine befriedigende Beziehung der Gegenseitigkeit. Nur durch die Erfahrung einer grundlegenden Gegenseitigkeit kann das Kind ein sicheres Selbst entwickeln.

Die zunächst bestehende Einheit zwischen Kind und Mutter löst sich circa um den 8. Monat auf (8-Monatsangst). Es beginnt zwischen sich und anderen unterscheiden zu können und steht in Beziehung zu seiner fortschreitenden motorischen Entwicklung und der Sprachentwicklung. Es lernt die Mutter als Individuum wahrzunehmen, das selber Bedürfnisse hat und sowohl befriedigend als auch frustrierend sein kann.

Je mehr das Kind erkennt, dass seine Umwelt Bedürfnisse hat, die mit den eigenen kollidieren können, ersetzt es das Lustprinzip mehr und mehr durch das Realitätsprinzip.

Die orale Mutter-Kind-Kollusion

Zunächst lebt der Säugling nach dem Lustprinzip. Die erste Form der Beziehung wird durch sein Nahrungsbedürfnis geschaffen. Konnte die Mutter selbst die Anforderungen der oralen Phase nicht bewältigen, wird das Verhalten des Kindes Ängste und Abwehrmaßnahmen in ihr hervorrufen.

Eine Form mit diesen Ängsten umzugehen kann sein, dass sie das Kind übermäßig verwöhnt und jedes Bedürfnis sofort zu befriedigen sucht. Das Kind kann nicht lernen, Bedürfnisse aufzuschieben und entwickelt auch kein Vertrauen darin, dass Bedürfnisse, auch wenn nicht sofort, trotzdem verlässlich befriedigt werden. Es kann die Mutter nicht ohne Ängste aus seinem Gesichtsfeld entlassen. Die Mutter reagiert ebenso mit Angst, wenn das Kind eigene Initiative entfaltet und somit nicht mehr völlig abhängig von ihrer Bedürfnisbefriedigung ist. "Weist die Mutter selbst eine orale Charakterstruktur auf, so möchte sie in ihren oralen Bedürfnissen durch das Kind gestillt werden. Ihre Sehnsucht nach Geborgenheit soll mit dem ganz auf sie bezogenen Kind befriedigt werden... Die Mutter hofft auf eine andauernde Symbiose mit diesem einzigen Lebewesen, das ganz ihr gehört" (Willi, 1975, S. 93).

Die Ablehnung, die die Mutter der eigenen Initiative des Kindes entgegenbringt, führt oft dazu, dass das Kind in dieser oralen Phase stagniert und Mutter und Kind in eine orale Kollusion verwickelt sind. Wird das Kind selbst einmal Mutter, ist es wahrscheinlich, dass es diese Störung weitergeben wird.

Es kann ebenso zu einer oralen Charakterstruktur kommen, wenn das Kind in dieser Phase vernachlässigt oder verlassen wurde und so früh mit einer frustrierenden Umwelt konfrontiert war und somit in der Entwicklung eines stabilen Selbst behindert wurde und kein Vertrauen in die Welt entwickeln konnte.

Der orale Charakter

"Der orale Charakter ist gekennzeichnet durch die Gier, alles, was vorhanden ist, zu verschlingen, die Bedürfnisse nach dem Lustprinzip rücksichtslos anzumelden und deren unmittelbare Befriedigung zu fordern. Bezüglich Partnerwahl äußert sich das in der Suche nach einem Partner, der unbegrenzt spendet, der mütterlich betreut und pflegt"
(Willi, 1975, S. 94).

Oft neigen orale Charaktere zu Sucht und triebhaft-haltlosem Verhalten. Andere, besonders hysterisch strukturierte, haben einen eigentlichen Reizhunger und müssen ständig im Mittelpunkt des Interesses stehen, um ihre eigene innere Leere auszufüllen.

Oft lassen sich bei oralen Charakteren (besonders bei Frauen) Freßanfälle feststellen, ebenso aus einem Gefühl der Leere heraus.

Orale Charaktere leiden an einem mangelnden Selbstwertgefühl. Sie halten sich für wertlos und leiden an einer tiefen Resignation, die sie an jeglicher Aktivität diese passive Oralität zu überwinden, hindert. Sie halten sich nicht für liebenswert und verachten sich in ihrem kindlich-passiven Verhalten.

"Der orale Charakter ist in seinen Partnerbeziehungen ambivalent. Einerseits sucht er Partner, die unbegrenzt spenden und von denen er sich passiv verwöhnen lassen kann; andererseits fürchtet er, von diesen abhängig zu werden und die Frustration der Zurückweisung nicht verkraften zu können. Er hasst oftmals gerade die Partner, die seinen Wünschen entsprechen, weil sie ihn gerade durch ihre Spenden in seinem Selbstgefühl kränken" (a.a.O., S. 95).

Der mütterliche Pflegecharakter

Dieser Charakter ist das ergänzende Gegenstück zum oralen Charakter. Es sind Menschen, die nach außen anspruchslos und bescheiden wirken. Sie fallen dadurch auf, dass sie ständig ihre Hilfe anbieten. Sie sind kompetent in ihren Hilfeleistungen und scheinen keine Gegenleistung zu verlangen. Da sie ihre Hilfeleistungen offen anbieten, knüpfen sie am häufigsten Kontakt zu Menschen, die Hilfe suchen. Doch oft ist die Ebene der Hilfeleistung auch die einzige Kommunikationsebene, und der Kontakt droht abzubrechen, wenn keine Hilfe mehr benötigt wird. Aus diesem Grund ist ihnen auch daran gelegen, ihre Partner "hilflos" zu halten.

Bei diesen so genannten oralen Pflegecharakteren fallen drei Aspekte besonders auf: Minderwertigkeitsgefühle, Mutterabhängigkeit und die Unfähigkeit eigene Ansprüche zu stellen.

In einer intimen Beziehung identifizieren sie sich mit der Mutterfunktion und befriedigen nicht die eigenen, sondern die Bedürfnisse des Partners. Ihr eigenes Bedürfnis nach oraler Bedürfnisbefriedigung setzen sie dadurch um, dass sie eine andere Person von sich abhängig machen. Hinter der Unfähigkeit eigene Ansprüche zu stellen, steckt aber meist eine orale Gier, die als unerfüllbar abgewehrt wird. "Sie stehen unter dem Eindruck, einer Zuwendung nur um ihrer selbst willen nicht würdig zu sein, sondern sich diese immer mit altruistischen Leistungen verdienen zu müssen" (Willi, 1975, S. 96). Darüber hinaus bringt diese Umsetzung ihrer oralen Gier in eine pflegerische Tätigkeit eine soziale Aufwertung ihrer Person mit sich und damit auch einen narzisstischen Gewinn. Dankbarkeit ist die einzige Art der Befriedigung, die man ihnen geben kann.

Sie sind auch oral fixiert, doch stellen sie das Gegenstück zum oralen Charakter dar, da sie eine Abwehr gebildet haben, die sie unabhängig von einer sie befriedigenden Person macht.

"Als Liebespartner bieten sie sich zur Erfüllung von Pflege- und Mutterdiensten an und wählen einen Partner, dessen aus früheren Frustrationen herrührende orale Gier sie stillen zu können glauben (a.a.O, S. 97).

Die orale Kollusion

Hier treffen Partner aufeinander, die sich auf den ersten Blick idealerweise ergänzen. Der eine möchte in der Beziehung alle sein Bedürfnisse befriedigt wissen und passiv sein. Dabei leidet er unter der Angst, der Partner könnte mit dieser aufopferungsvollen Zuwendung aufhören. Er beansprucht für sich Nachholbedarf, entweder weil er in der Kindheit Frustrationen ausgesetzt war, oder weil er durch Verwöhnung in der frühen Kindheit Anspruch auf Wiederholung zu haben meint. "Die für sich abgelehnten Mutterfunktionen werden in idealisierter Weise in den Partner verlegt, der dem Bild einer spendenden Idealmutter zu entsprechen hat" (Willi, 1975, S. 98).

Der Partner in der anderen Position sucht in einer Beziehung jemanden, den er völlig umsorgen kann. Seine Angst ist die, dass der Partner ihn nicht mehr als Pfleger brauchen könnte. Beide steigern in der Beziehung ihren Selbstwert: Der eine durch die Zuwendung, die er bekommt, der andere durch die selbstlose Pflege, die ihm ein klar definiertes Selbstbild vermittelt.

Beide haben eine orale Fixierung. Bei dem einen ist es eine Progression zu umsorgenden Mutterfunktionen, bei dem anderen Partner eine Regression in die kindliche Bedürftigkeit.

Der Beginn des Beziehungskonfliktes

Der Konflikt basiert darauf, dass die verdrängten Konflikte aus der frühen Kindheit wiederkehren. Der umsorgte Partner hat mit immer stärkeren Zweifeln zu kämpfen, ob der Partner der idealisierten Mutterfunktion weiter gerecht werden wird, oder ob er ihn, wie früher seine Mutter, enttäuschen wird. So stellt er dem Partner nun Bewährungsaufgaben, um ihn auf die Probe zu stellen. Außerdem untergräbt das kindlich bedürftige Verhalten auf die Dauer den Selbstwert. Er ist immer der Nehmende und gerät in die Position des Schuldners und hat nichts Gleichwertiges zu bieten. Noch dazu wird ihm bewusst, dass ihm vom Partner keine außer der hilflos-kindlichen Position zugebilligt wird. Er fühlt sich nicht als gleichwertiger Partner angesehen. Da er aber auch selber keine pflegerischen Tätigkeiten übernehmen will, entwickelt er Hassgefühle gegen seinen Partner und versucht ihn mit seiner Gier zu verschlingen.

"Der Pflegling regrediert immer mehr auf eine orale Anspruchshaltung, gebärdet sich immer fordernder und unersättlicher und verweigert dem Partner die gerechte Anerkennung für geleistete Dienste, aus Wut über die Schuldnerposition, in die er versetzt worden ist, wie auch aus Angst, dieser könnte bei Dankbarkeitsbezeugungen in seinen Pflegebemühungen nachlassen" (Willi, 1975, S. 99).

Die Aufrechterhaltung der pflegenden Mutterposition ist aus verschiedenen Gründen gefährdet: Die Mutterrolle ist eine Abwehr gegen die Gefahr, selbst in eine abhängige Position zu dem Partner zu geraten. Er fühlt sich aber immer gefährdet, in die kindlich-abhängige Rolle zu verfallen. Diese Gefahr wird dadurch gebannt, dass der Partner in seiner kindlich-abhängigen Position gehalten wird. Er wird dem Partner immer in einer Art und Weise helfen, die ihn noch abhängiger und hilfsbedürftiger macht.

Der pflegebedürftige Partner reagiert auf dieses Verhalten auf die Dauer mit Angst vor totaler Abhängigkeit und vor Enttäuschungen: Er reagiert darauf, indem er den Dank für die Hilfeleistungen versagt, was die einzige Bedürfnisbefriedigung, die sich der pflegende Partner gönnt, darstellt. Dieser beginnt seinerseits mit Klagen und Vorwürfen - was er alles für den Partner getan hat - und versagt die Hilfeleistung. Mit dem Anspruch auf Lob und Anerkennung ist der pflegende Partner genauso maßlos wie der gierig Zuwendung fordernde Partner. Er stellt immer maßlosere Forderungen an die Dankbarkeit des Partners, bis irgendwann der erwartete Undank folgt.

"Das ganze ursprünglich so verheißungsvolle Abwehrarrangement scheitert daran, dass aus dem individuellen Hintergrund bei jedem Partner ausgerechnet dasjenige Verhalten resultiert, das - statt wie zu Beginn die Abwehr zu sichern - diese gerade untergräbt" (a.a.O., S. 101).

Beide suchen die Schuld beim anderen. Der Pflegebedürftige sieht sich als so unersättlich, dass er den Partner als abweisend und vorwurfsvoll empfindet, der Pflegende sieht sein vorwurfsvolles Verhalten als Resultat der Unersättlichkeit und Undankbarkeit des Partners.

 

III. Das Thema "Liebe als Einander-Ganz-Gehören" in der anal-sadistischen Kollusion

Bei der analen Kollusion geht es hauptsächlich darum, in welchem Ausmaß das Streben des Partners nach Autonomie zugelassen werden kann, ohne dass die Beziehung auseinander geht und welche Kontroll- und Führungsmaßnahmen zur Hilfe genommen werden müssen, um die gegenseitige Abhängigkeit und Sicherheit in der Beziehung zu gewährleisten.

Die anal-sadistische Entwicklungsphase

Diese Phase umfasst circa das 2.-4. Lebensjahr. Nach der psychoanalytischen Entwicklungstheorie entwickelt das Kind etwa im Alter von 1 bis 3 Jahren unabhängige Ich-Funktionen. Diese sind für das Sozialverhalten von großer Bedeutung. Seine Motorik wird ausgefeilter, es kann sich unabhängig bewegen und die Umwelt in Besitz nehmen. Darüber hinaus erwirbt es in dieser Phase die Fähigkeit, sprachlich mit seiner Umwelt zu kommunizieren. Der Erwerb dieser Fähigkeiten vermitteln dem Kind nun zunächst ein Gefühl der Allmacht. Es muss aber nach und nach, manchmal auch schmerzlich, erfahren, dass seinem Tun Grenzen gesetzt sind und es sich auch oft dem Willen anderer fügen muss.

Dabei ist diese ganze Entwicklung zwiespältig, denn einerseits geht sie einher mit dem Verlust von Annehmlichkeiten der früheren Phase. Die eigene Autonomie und die Etablierung der Grenzen zwischen der eigenen Person und anderen führt zum Verlust der so genannten Urharmonie und dem Gefühl mit allem verbunden zu sein. Von dieser Zwiespältigkeit ist die Phase auch beherrscht.

Die anal-sadistische Eltern-Kind-Kollusion

Wenn die Eltern selbst eine anale Fixierung aufweisen, die das Kind reaktiviert, ist es für die Kinder schwierig, die phasentypischen Konflikte zu bewältigen. Es verstrickt sich mit den Eltern in eine Kollusion.

Die häufigste Kollusion ist ein Machtkampf zwischen Eltern und Kind. Es geht beiden Teilen darum, wer den anderen zu unterwerfen versteht. Haben die Eltern die Anforderungen der analen Phase selbst nicht ausreichend bewältigt, lassen sie sich von den Kindern besonders leicht in solch ein destruktives Zusammenspiel hineinbringen.

"Wenn die Mutter Angst hat, vom Kind unterworfen zu werden, wird sie sich autoritär verhalten und versuchen, den Willen des Kindes zu brechen und es auf Gehorsam aus Prinzip zu dressieren. Sie wird sich strikt jeden Widerspruch verbieten, weil sie sich einer flexiblen Auseinandersetzung mit dem Kind nicht gewachsen fühlen würde. Dem Kind wird so schon früh signalisiert, dass Auseinandersetzungen nicht auf verbaler Ebene ausgetragen werden können" (Willi, 1975, S. 109). Es lernt bestimmte Streittechniken, die später seine Beziehungen prägen und lernt darüber hinaus, dass es in einer Beziehung darum geht, wer stärker ist, wer die Macht hat, den anderen zu unterwerfen, damit er einen selber nicht unterwerfen kann. Es entsteht ein Interaktionszirkel zwischen Mutter und Kind: Die Mutter sagt, sie verhalte sich so autoritär, da das Kind so trotzig sei und das Kind meint, sich so trotzig zu verhalten, da die Mutter so autoritär ist.

Problematisch ist auch, wenn die Mutter aus Angst das Kind zu verlieren, vor Konfrontationen mit dem Kind zurückschreckt (z.B. in Scheidungssituationen besteht diese Gefahr besonders, da die Beziehung zum Kind real bedroht ist). Die Mutter neigt dann dazu, dem Kind in allem nachzugeben.

Die anale Beziehungsstörung

Kennzeichnend für den analen Charakter sind folgende Gegensatzpaare: "Aktivität steht gegen Passivität, Autonomie (Selbständigkeit) gegen Heteronomie (Abhängigkeit), Eigensinn gegen unverpflichtete Nachgiebigkeit, Sadismus gegen Masochismus,

Sparsamkeit gegen Verschwendung, Ordnungsliebe und Pedanterie gegen Nachlässigkeit und Sauberkeit gegen Beschmutzungslust" (Willi, 1975, S. 110).

Die Gegensatzpaare schließen sich bei ein und derselben Person nicht aus. Beispielsweise findet man sadistische Phantasien oft bei Menschen, die sonst Autoritäten gegenüber besonders unterwürfig sind.

Das Sozialverhalten lässt sich vordergründig häufig von dem Gegensatzpaar Aktivitäts-Passivität ableiten, hat dabei aber zahlreiche Mischformen bezüglich Autonomie, Macht, Besitz und Ordnung.

Die aktiven Herrscher

Die so genannte aktive Form des analen Charakters, die Sadisten und Herrschsüchtigen, versuchen durch ihr Verhalten ihre eigene Angst vor Beherrschtwerden und Unterlegenheit umzusetzen. Sie glauben selber Autonomie entfalten zu können, wenn die Abhängigkeit des Partners gesichert ist. Um ihre Trennungsangst nicht anerkennen zu müssen, erwarten sie absolute Gefolgschaft.

Darüber hinaus wird auch in Bezug auf Besitztümer vom Partner verlangt, dass der Partner ihm alles zur Verfügung stellt, ohne dass er dasselbe tun würde. In einer Beziehung hat er auch den Anspruch alles zu wissen, was der Partner denkt und fühlt. Er benutzt dies als ein Mittel, den Partner zu beherrschen.

Weitere Eigenschaften im Dienste der Machtausübung können Ordnungsliebe, Pedanterie, Nörgelei und Sparsamkeit sein. Dies alles sind Mittel in einer Beziehung, den Partner in eine Position der Abhängigkeit zu verweisen.

Die passiv-analen Charaktere

Diese Charaktere setzen der Umwelt keinen Widerstand entgegen und lassen alles mit sich geschehen. Sie verhalten sich regressiv (kindlich) und sind im Grunde froh, keine Verantwortung tragen zu müssen. Ihnen geht es darum, die Abhängigkeit beizubehalten. Sie unterwerfen sich aber nur vordergründig - sie versuchen den Partner durch ihre Unterwürfigkeit zu beherrschen. Durch die passive Rolle wird jeder Konfrontation aus dem Weg gegangen und dient dazu, den Partner in Sicherheit zu wiegen.

Sie melden keinen offenen Anspruch auf den Besitz des Partners an und wissen sich heimlich dem Besitzanspruch des Partners zu entziehen (z.B. durch ein geheimes Sparkonto oder eine heimliche Affäre).

Die Herrscher-Untertanen-Kollusion

Diese Kollusionsform besteht, wenn ein passiv-analer und ein aktiv-analer Charakter eine Beziehung eingehen. Der aktive Partner lebt in der Beziehung die erwachsene Rolle: Autonomie und Herrschaft. Der passive Partner nimmt die kindliche Position des Abhängigen und Gefügigen ein, um so gegen Ängste vor Trennung und Alleingelassenwerden anzukommen. Diese Ängste kann der aktive Partner verleugnen, da sein passiver Partner sie auslebt.

Der passive Partner verzichtet dafür, zugunsten des Partners, auf Autonomie.

Der Konflikt tritt auf, wenn die verdrängten konflikthaften Inhalte aus der Kindheit wiederkehren. Im aktiven Partner regen sich die verdrängten regressiven Tendenzen. Er hat aber Angst, seinen eigenen Abhängigkeitswünschen nachzugeben. Um diese Angst zu beruhigen, versucht er statt dessen seine Machtposition noch zu verstärken und sich den Partner noch stärker zu unterwerfen.

Im passiven Partner regt sich das Bedürfnis nach Autonomie, um die Gleichwertigkeit in der Beziehung herzustellen und die Angst, vom Partner ausgenützt zu werden, zu beschwichtigen. Die nach außen hin gefügige Haltung kann er nur so lange ertragen, wie er spürt, dass der Partner abhängig von ihm ist und in seiner Machtausübung manipulierbar bleibt.

"Er wird sich die eigene Macht und Autonomie beweisen wollen, indem er sich den Machtansprüchen des Partners passiv entzieht, wodurch sich der Partner verlassen, nicht ernst genommen und in der Luft hängengelassen fühlt" (Willi, 1975, S. 114). Jeder der Partner verstärkt nun das am Anfang akzeptierte Verhalten und sucht beim Partner die Schuld für die Konflikte: Der aktive Partner sagt, er verhalte sich nur so tyrannisch, weil der andere sich entzieht und der passive Partner begründet seinen Rückzug mit dem tyrannischen Verhalten des anderen.

Die sadomasochistische Kollusion

Sie ist die übersteigerte Form der so genannten Herrschafts-Untertanen-Beziehung. "FREUD wies bereits 1905 in seinen Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie darauf hin, dass Sadismus und Masochismus zwei Seiten der gleichen Perversion sind, deren aktive und passive Form sich in veränderlichen Proportionen beim gleichen Individuum finden" (Willi, 1975, S. 120).

Weit häufiger als der Sadomasochismus als sexuelle Perversion, ist das Quälen und Sich-quälen-lassen in einer Zweierbeziehung. Bei Sadisten lässt sich der abgewehrte Masochismus nachweisen, beim Masochisten finden wir den verkappten Sadisten. Sadisten sind geplagt von Ohnmachtsängsten, Angst vor Verlassenwerden und Abhängigkeitswünschen, die sie durch extremes Machtgebaren auszugleichen versuchen. "Statt sich in Macht und Abhängigkeit eines Partners zu begeben, suchen sie einen Partner, der sich ihnen ganz ausliefert und sich von ihnen abhängig macht" (a.a.O., S. 120).

Masochisten lassen sich so quälen, dass rückwirkend der Quälende der Gequälte ist. Beispielsweise quälen sie den Sadisten mit ihrer gefügigen Willenlosigkeit, denn ein willenloser Mensch lässt sich nicht wirklich beherrschen. Wahres Machterleben ist nur möglich, wenn man einer Person, die sich sträubt, seinen Willen aufzwängen kann. Darüber hinaus löst Wehrlose zu quälen Schuldgefühle bei ihnen aus.

Der Machtkampf

Es gibt auch Konflikte in einer Beziehung, die daraus resultieren, dass die Partner sich mit gleichartigem Verhalten zu überbieten suchen. Dies nennt sich symmetrische Kollusion. Beide Partner versuchen unter dem Einfluss ihrer verdrängten Abhängigkeitswünsche, die autonome Machtposition zu erlangen. Die Partner befinden sich permanent in Angriffsstellung - aus Angst dem anderen zu unterliegen, sobald man die geringste Schwäche zeigt.

Es ist schwierig, in einer so gearteten Beziehung positive Gefühle zu äußern. Liebesbedürftigkeit könnte als Abhängigkeitsgeständnis interpretiert werden und Verständnis für den Partner, oder Verzeihen könnte als Nachgiebigkeit missbraucht werden. Es geht nicht um die Sache an sich, sondern um das Prinzip.

Der Konflikt resultiert daraus, dass beide Partner unter einem gleichartigen Problem leiden. Beide haben Angst davor, beherrscht zu werden und wollen dem zuvor kommen, indem sie versuchen, den anderen zu beherrschen und abhängig zu machen. Vorrangig geht es bei dem Machtkampf darum, die eigenen Ohnmachtsgefühle zu bekämpfen.

Beide Partner wehren sich gegen die Versuchung, auf die orale Stufe zurückzufallen. Eigentlich sehnen sich beide nach Liebe und Umsorgtwerden, sind aber unfähig, sich diese Gefühle und Bedürfnisse zuzugestehen. Die Partner brauchen sich gegenseitig, um ihre Abwehrfunktion gegenseitig zu bestärken. Im Kampf gegen den anderen bestätigt man sich und gewinnt Konturen. "Der Kampf darf nie zur Ruhe kommen, denn Ruhe heißt drohende Passivität und damit Unterlegenheit" (a.a.O., S. 125).

Dieser Kampf um die Machtposition in der Beziehung ist häufig gekennzeichnet durch Angstlust. "Der dauernde Kampf trennt und verbindet zugleich, er vermittelt beiden Partnern das lustvolle Erleben einer engen Symbiose und zugleich das ebenso lustvolle Erleben gegenseitiger Abgrenzung und Selbstbehauptung" (a.a.O., S. 125).

Eine Trennung würde auf beiden Seiten zu Angstzuständen führen, und durch den ständigen Streit sind die Partner derart miteinander verbunden, dass eine Trennung unmöglich scheint.

Oft treiben sie es in ihrem Streit bis zum äußersten, doch wenn die Beziehung wirklich zu zerbrechen droht, finden sie ein Arrangement, um kurze Zeit später wieder mit ihrem Kampf zu beginnen.

Die Eifersuchts-Untreue-Kollusion

Eifersucht und Untreue sind sehr komplexe Probleme, die verschiedenartige Hintergründe haben können. Häufig bilden sie aber eine Form, die der anal-sadistischen Kollusion zuzuordnen ist. Hier ist der Konflikt zwischen Autonomiebestrebungen und Trennungsängsten klar festzustellen. Einer der Partner lebt beispielsweise seine Autonomie in einer Affäre aus und drängt so den anderen in die Defensive. Der in die Defensive gedrängte Partner lebt seine Trennungsängste in Form von Eifersucht aus und verfolgt und kontrolliert den Partner. Je mehr er den Partner nun eifersüchtig verfolgt, desto mehr versucht dieser seine Autonomie zu beweisen; je mehr er dies tut, desto mehr versucht der Partner, ihn wiederum zu verpflichten. Sie verstärken gegenseitig ihr Verhalten. Schuld ist der andere: Der eine Partner beansprucht sein Recht auf Untreue, da der Partner so eifersüchtig ist, und der andere Partner meint, nur so eifersüchtig zu sein, weil der Partner untreu ist.

Die Offenheit des einen Partners bezüglich seiner Untreue dient dazu, den Partner zu unterwerfen und die Beziehung so vor dem Auseinanderbrechen zu bewahren. Der Betrogene vertritt die gesellschaftliche Moral, mit der er den Partner als schuldig erklären kann und hofft auf die Unterstützung der Umwelt.

In dieser so genannten Eifersucht-Untreue-Kollusion lebt einer der Partner die Autonomiebestrebungen aus und verdrängt Trennungsängste, wohingegen der andere Partner die Trennungsängste durch Eifersucht auslebt und eigene Untreuephantasien oder Autonomiebestrebungen über den Partner auslebt.

 

IV. Das Thema "Liebe als männliche Bestätigung" in der phallisch-ödipalen Kollusion

Die "Hysterische Ehe"

Gesellschaftliche Aspekt der Rivalität um die so genannte männliche Rolle

Willi spricht von einer kollusiven Rivalität um die so genannte männliche Rolle. Er geht von der Feststellung aus, dass in vielen Beziehungen die Rivalität um die so genannte männliche Rolle im Zentrum vieler Konflikte steht. Willi sieht einerseits die Gründe dafür in Konflikten der frühkindlichen Entwicklung, aber auch darin, dass soziokulturelle Normen und Werte und gesellschaftliche.

Fehlhaltungen eine wesentliche Rolle in diesem Konflikt spielen. Er bestreitet nicht, dass es psychologische Differenzen zwischen Mann und Frau gibt, die teilweise biologisch-konstitutionell bedingt sind, doch lässt sich heute kaum noch abschätzen was davon erziehungsbedingt ist.

Es bestehen große Unterscheide zwischen den Kulturen, was als typisch weiblich und was als typisch männlich definiert wird. Große Freiheit läge darin, wenn sich weder Frau noch Mann dazu gedrängt sehen würden, gesellschaftlich festgelegtem Rollenverhalten gerecht zu werden.

In Paarbildungen zeigt sich allgemein, so auch bei der Beobachtung homosexueller Paare, dass sich häufig Paare zusammenfinden, bei denen ein Partner mehr "männliche" und der andere mehr "weibliche" Eigenschaften aufweist.

Den Partnern die Möglichkeit zu geben ihre Rolle selbst zu definieren, ist ein Schritt, das Problem der Funktionsteilung zwischen Mann und Frau zu lösen.

Wenn Willi von der phallischen Kollusion spricht, meint er damit neurotische Fehlhaltungen bezüglich der Geschlechterrolle. Die Frau unterdrückt männliche Tendenzen und der Mann weibliche. Neurotisch bezeichnet hier die Verdrängung eigener Tendenzen. Ursachen können sowohl in gesellschaftlichen Rollenzuschreibungen, als auch in der individuellen Erziehung liegen, die wiederum oft mit gesellschaftlichen Erwartungen konform geht.

Die phallisch-ödipale Entwicklungsphase

In der psychoanalytischen Entwicklungstheorie umfasst diese Phase circa das 4. bis 7. Lebensjahr. Vor dieser Phase war die Entwicklung des Kindes noch kaum geschlechtlich differenziert. Mit der größeren Wahrnehmungsfähigkeit wird nun die Unterscheidung zwischen männlich und weiblich bedeutsam.

In dieser Phase sind Jungen stark beeinflusst von den physiologischen Aktivitäten ihres Penis. Er beginnt sich als kleiner Mann zu fühlen und sieht den Vater als Rivalen. Dabei will er seine Mutter besitzen, stößt aber auf von beiden Eltern gestellte Schranken. Er fühlt sich seinem Vater unterlegen und hat Angst, von ihm seiner Männlichkeit wegen gekränkt zu werden. Diesen Konflikt löst das Kind, indem es sich mit dem Vater identifiziert. Sein Bedürfnis geliebt und umsorgt zu werden, ist größer als sein sexuelles Interesse an der Mutter, so dass er dieses aufgeben kann. Dieser so genannte Ödipuskomplex ist wichtig für die Entwicklung des sexuellen Identitätsgefühls. In dieser Phase wird er darauf verwiesen, dass er sich einen eigenen Partner suchen muss.

Mädchen, die bis dahin vor allem an ihre Mutter gebunden waren, entdecken durch den Geschlechtsunterschied auch die männlichen Privilegien und sind neidisch auf diese und hegen darüber hinaus negative Gefühle gegen die Mutter, die sie so mangelhaft ausgestattet hat. Sie neigen dazu, sich mit dem Vater zu identifizieren und die Mutter als Rivalin um seine Zuneigung anzusehen. Um diesen Konflikt zu lösen, beginnt das Mädchen sich mit der Mutter zu identifizieren. Dies ist eine weitere Quelle für seine weibliche Entwicklung.

In der Pubertät kommt es bei Mädchen und Jungen zu einem Wiederaufleben des Ödipuskomplexes.

Kern von späteren Beziehungskonflikten kann ein unbewältigter Ödipuskomplex sein.

Die phallisch-ödipale Eltern-Kind-Kollusion

Wie der Konflikt in der phallisch-ödipalen Phase gelöst wird, hängt vor allem vom Verhalten der Eltern ab. "Entwicklungsgemäß stellt das Kind und noch realistischer der Pubertierende den ödipalen Anspruch, den gleichgeschlechtlichen Elternteil zu verdrängen, um mit dem gegengeschlechtlichen Elternteil ein Liebesverhältnis zu unterhalten. Dieser Anspruch kann die Eltern selbst in einen Konflikt bringen, womit sie dem Kind die Bewältigung des Ödipuskomplexes entscheidend erschweren" (Willi, 1975, S. 142).

Beispielsweise ist es denkbar, dass sie auf das Konkurrenzverhalten anspringen. Der Vater spielt seine körperliche Überlegenheit aus, oder die Mutter tritt in Konkurrenz mit ihrer attraktiven Tochter, die vom Vater geradezu verehrt wird, etc.

Der Ödipuskomplex kann zu einem echten Konflikt zwischen Eltern und Kind werden. Oft kann er von den Kindern bis in das Erwachsenenalter hinein nicht bewältigt werden, was zur Folge hat, dass die Tochter an den Vater und der Sohn an die Mutter gebunden bleibt.

Die phallisch-ödipale Kollusion

Beide Partner haben eine konflikthafte Beziehung zur männlichen Rolle. Meist haben sie eine ungelöste Beziehung zum gegengeschlechtlichen Elternteil und in ihrem gleichgeschlechtlichen Elternteil kein Vorbild, mit dem sie sich identifizieren können.

 

Literaturempfehlungen


 

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Zu den Literaturtipps

 
[ggl horiz]
Dipl.-Psych. Volker Drewes
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