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Abhängigkeit

Abhängigkeit und Selbstfindung

 

Einleitung zu Abhängigkeit in Beziehungen

"Vielleicht hat der Bundesgesundheitsminister noch keine Verfügung darüber erlassen, aber es gefährdet deine Gesundheit, wenn du an einer schlechten Beziehung festhältst. Es kann deine Selbstachtung erschüttern und dein Selbstvertrauen zerstören, ebenso wie das Rauchen deinen Lungen schadet...Die Spannungen und chemischen Veränderungen, die durch Stress verursacht werden, können jedes deiner organischen Systeme zum Verfall bringen, deine Energie erschöpfen und deinen Widerstand gegen alle möglichen widrigen Krankheitserreger herabsetzen" (Halpern, 1984, S. 9)

Doch viele Menschen sehen sich nicht in der Lage, ihre > Beziehung < zu beenden, obwohl sie sich bewusst sind, wie schädlich die Beziehung für sie ist. Obwohl sie überzeugt davon sind, daß es besser wäre, die Beziehung zu beenden, sind sie unfähig dies wirklich zu tun. Sie betrügen sich selber und finden "gute" rationale Gründe, diesen Schritt nicht zu tun. Sie verdrehen oft Tatsachen um, um damit andere, tiefer liegende Gründe zu verdrängen.

Oder sie täuschen sich durch tief verwurzelte Überzeugungen, die sich der Logik widersetzen: z.B. "Wenn ich ihn verlasse, werde ich für immer allein sein", oder: "Es ist meine Bestimmung, Geliebte zu sein", usw. .

 

Anzeichen für Abhängigkeit in Beziehungen

  1. Ein Kennzeichen von Abhängigkeit ist ein zwanghafter Trieb etwas zu tun. Per Definition bedeutet das, dass die Freiheit eingeschränkt ist. Genauer bedeutet es, dass man an einer Beziehung festhält, obwohl das eigene Urteil oder das anderer sagt, dass die Beziehung schlecht für jemanden ist und keine Besserung in Sicht ist. "Freiheit" ist aber wichtig für eine gute Beziehung und für aufrichtige Liebe.

    "Der Alkoholiker oder der Drogenabhängige fühlt sich zur Abhängigkeitssubstanz getrieben, selbst wenn er weiß, dass sie schlecht ist für ihn. Und wenn in einer Beziehung ein starkes abhängiges Element existiert, hat man das Gefühl: 'Ich muss diese Person haben, und ich muss mit dieser Person verbunden bleiben, selbst wenn die Beziehung schlecht für mich ist" (Halpern, 1984, S. 13).
  2. Panikgefühle sind ein weiteres Kennzeichen. Panik, die bei möglicher Abwesenheit des Partners aufkommt. Wie Alkoholiker Panik verspüren, wenn kein Alkohol greifbar ist, so empfinden Menschen in einer abhängigen Beziehung unglaubliche Panik, wenn sie an den Abbruch der Beziehung und die damit verbundene Abwesenheit des Partners denken.
  3. Ein weiteres Kennzeichen sind die Entzugssymptome. Die Panik, die sich bei dem Gedanken an die Beendigung der Beziehung einstellt ist nichts gegen die Niedergeschlagenheit , die eintritt, wenn dieser Schritt tatsächlich vollzogen wird. Oft empfinden Betroffene dabei auch körperlichen Schmerz (Brust, Magen und Bauch reagieren besonders), und es treten häufig Schlafstörungen auf.
  4. Charakteristisch nach der Beendigung einer abhängigen Beziehung ist ein Gefühl der Befreiung, des Triumphes und der Erfüllung, wenn die Phase der Trauer abgeschlossen ist. Es ist grundsätzlich zu unterscheiden von der traurigen Resignation und Heilung, die der Beendigung einer nicht-abhängigen Beziehung folgt.
 

Hintergründe von Abhängigkeit

"Hinter all diesen Reaktionen und den im wesentlichen ähnlichen Abhängigkeitsformen - sei es nun von einer Substanz oder von einer Person - steht das Gefühl der Unvollständigkeit, Leere, Verzweiflung, Trauer, des Verlorenseins und die Überzeugung, nur durch die Verbindung zu irgend etwas oder zu irgend jemandem außerhalb der eigenen Person Heilung und Vervollständigung der eigenen Person finden zu können. Dieses Etwas oder dieser Jemand wird zum Mittelpunkt des Daseins, und man ist bereit, sich sehr viel Schaden zuzufügen, nur um die Beziehung aufrechtzuerhalten" (Halpern, 1984, S. 14).

Abhängigkeit muss aber nicht zwingend etwas Negatives sein. Alle Liebesbeziehungen haben ein Element der Abhängigkeit. Abhängigkeit in einer Beziehung kann auch als etwas Positives empfunden werden, da man sich durch die enge Beziehung zu einer anderen Person, auf die man sich verlassen kann, Stärke ziehen kann. Ausschlaggebend ist hier der Grad der Ausprägung, d.h. ob die Abhängigkeit einen zwanghaften Charakter hat, der die Person beherrscht und sie der Entscheidungsfreiheit beraubt, ob man die Beziehung will oder nicht. Es ist ein Unterschied zwischen dem positiven Gefühl jemanden zu brauchen, oder davon beherrscht zu sein, ohne die andere Person nicht leben zu können. "Dadurch wird ein innerer Zwang geschaffen, der uns einiger wesentlicher Freiheiten beraubt: der Freiheit, das Beste in uns in einer Beziehung zu zeigen: der Freiheit, die andere Person aus eigener Wahl und liebevoller Bindung heraus zu lieben statt durch unsere eigene Abhängigkeit dazu gezwungen zu sein; und der Freiheit zu wählen, ob wir mit dieser Person zusammenbleiben oder sie verlassen wollen" (Halpern, 1984, S. 14).

 

Die Wurzeln der Abhängigkeit: Hunger nach Zuneigung

Um Abhängigkeit überwinden zu können ist es notwendig, die Wurzeln der Abhängigkeit zu erforschen. Es können drei psychologische Verbindungsebenen festgestellt werden, die die Entscheidung in einer Beziehung zu bleiben, die man besser abbrechen sollte, beeinflussen. Die erste Ebene ist die der praktischen Erwägungen. Beispielsweise hindern gemeinsame Kinder Beziehungspartner an der Trennung. Die nächste Ebene besteht aus verinnerlichten, allgemeinen Überzeugungen: über Beziehungen im allgemeinen, über diese spezielle Beziehung, über "schwierige Beziehungen" und Überzeugungen über die eigene Person. Beispielsweise die Überzeugung, dass -'Alleine sein erniedrigend ist' - 'Es eine Niederlage bedeutet, eine Beziehung zu beenden'- 'Man zu alt ist, um einen neuen Partner zu finden' - und dergleichen mehr.

Schließlich gibt es noch die tiefer liegende Ebene der Gefühle und Motive. Diese Ebene hat sich bereits in der frühen Kindheit entwickelt und ist überwiegend unbewusst wirksam. Hier entsteht auch das Phänomen des Hungers nach Zuneigung. Dieser Hunger nach Zuneigung ist die Grundlage für die Abhängigkeit von einer anderen Person. Diese unbewusst wirkende Kraft kann so mächtig sein, dass sie die praktischen Erwägungen, dass die Beziehung schädlich für die eigene Person ist, völlig unterdrücken.

Der Ursprung des Bedürfnisses nach Zuneigung lässt sich am Ablauf der kindlichen Entwicklung nachvollziehen. Jeder Mensch ist als Säugling hilflos und auf andere angewiesen, die das Überleben und Wohlbefinden sichern. Die Art und Weise wie die nahe Bezugsperson (meistens die Mutter) auf die Bedürfnisse des Kindes eingeht (oder auch nicht eingeht), hat eine bedeutsame Wirkung auf die Beziehungsfähigkeit des Erwachsenen. Aus fehlender Zuneigung in der Kindheit kann ein ständiger Zuneigungshunger bis in das Erwachsenenalter hinein resultieren. Es kann aber auch zu einem bleibenden Zuneigungshunger kommen, wenn die Eltern das Kind nicht in die Unabhängigkeit entlassen wollen. Die Bereitschaft der Eltern, dem Kind bei seinem Loslösungsprozess zu helfen, ist ausschlaggebend für die Entwicklung seiner Autonomie (es muss das Gefühl haben, auch noch von seinen Eltern geliebt zu werden, wenn es sich entfernt, was wichtig ist, um später in einer Beziehung das nötige Vertrauen zu haben, dass man vom Partner noch geliebt wird, auch wenn dieser nicht anwesend ist).

Der Wunsch nach einer Symbiose mit einem anderen Menschen, der dem Zuneigungshunger zugrunde liegt, kann auch sehr angenehm und glückbringend sein. Es ist anscheinend ein tief verwurzelter und mächtiger Wunsch. "Aber wenn auch jeder eine solche Sehnsucht zu haben scheint, wird doch nicht jeder abhängig von anderen Menschen. Die Gefühle auf der Ebene des Zuneigungshungers werden nur dann einen Menschen in die Abhängigkeit führen, wenn sie so stark sind, dass sie seine Fähigkeit, in seinem eigenen Interesse zu handeln, unterdrücken" (Halpern, 1984, S. 23).

 

Mögliche Techniken, um die Abhängigkeit zu Durchbrechen

Es gibt Techniken, die helfen können, die Abhängigkeit von einem anderen Menschen zu durchbrechen. Diese sind nicht zu verwechseln mit den zentralen Aufgaben, an denen man während dieses Prozesses arbeiten und die man lösen muss. Gemeint ist hier der Unterschied zwischen Mittel und Zweck. Zentrale Aufgaben, die zu dem erstrebten Ziel, dem Abbruch der Beziehung, führen können sind:

  • a.) Man kann seine speziellen und süchtig machenden Gefühle des Zuneigungshungers erkennen und versuchen, sich von ihnen zu befreien.
  • b) Man kann die selbstzerstörerischen geistigen Vorgänge, die einen vom Handeln abhalten, erkennen und versuchen, sie zu unterbinden.
  • c) Man kann versuchen, sich seinen Sinn für Identität und Selbstwert auch ohne das Objekt der Zuneigung zu bewahren.

Einige Techniken können bei diesen Aufgaben helfen:

1. Schreiben als Technik, Abhängigkeit zu durchbrechen

  • a) Ein Beziehungstagebuch
    Steckt man in einer schwierigen Beziehung, ist es hilfreich, ein Tagebuch über die Beziehung zu führen. In diesem Tagebuch sollten die Vorfälle und Ereignisse der Beziehung und die Gefühle im Kontakt mit dem Partner so aufrichtig wie möglich schriftlich festgehalten werden. Sinn und Zweck dieses Tagebuches ist es, das was vor sich geht und die eigenen Gefühle dabei zu registrieren. Liest man das Tagebuch später, kann man rekonstruieren, wie man sich wirklich gefühlt hat und wie es wirklich war, und man kann eventuell wiederkehrende Verhaltensmuster erkennen. Da alles im Tagebuch schriftlich niedergelegt ist, kann man damit der Neigung, die Beziehung zu verzerren oder zu beschönigen (z.B. das Negative zu verdrängen) entgegenwirken.
  • b) Bilanz ziehen
    Es kann auch erhellend sein, wenn man ein Muster entdeckt, dem man möglicherweise bei der Partnerwahl und der Wahl der Art der Beziehung gefolgt ist. Daher ist es hilfreich (sollte es nicht die erste Beziehung sein), eine genaue Beschreibung der Partner und der Beziehungen schriftlich niederzulegen und zu notieren, was einem gefallen und nicht gefallen hat (einschließlich der Beschreibung des Äußeren). Eventuell lassen sich Gemeinsamkeiten entdecken.
  • c) Kurzmitteilungen an sich selbst
    Kurzmitteilungen an sich selber zu schreiben kann helfen, die Perspektive des Erwachsenen beizubehalten. Gemeint ist damit, dass beispielsweise während der Beendigung der Beziehung - um nicht dem aus frühen kindlichen Erfahrungen herrührenden Zuneigungshunger zu verfallen - der vernünftige "erwachsene" Standpunkt niedergeschrieben wird. Das kann z.B. so aussehen: "Du wirst Angst haben vor dem ewigen Schmerz, vor der ewigen Einsamkeit. Aber das ist nur die kindliche Sichtweise der Zeit, als du noch klein und abhängig von Mutter und Vater warst. Als Erwachsene(r) kann ich dir versichern: es gibt ein Morgen, und ich verspreche dir, dass du dich wieder besser fühlen wirst" (Halpern, 1984, S. 144).

    Kurzmitteilungen an sich selber bieten die Möglichkeit, die eigene Erinnerung und das eigene Urteilsvermögen zu stärken - in einer Phase, in der diese Fähigkeiten in Gefahr sind, von Bedürftigkeit und Gefühlen des Zuneigungshungers überlagert zu werden.
  • d) Bezüge herstellen
    Um der Kraft des Zuneigungshungers Herr zu werden, kann es helfen zu versuchen, den Bezug zwischen dem Kleinkind, das man einmal war und den gegenwärtigen Gefühlen herzustellen. Oft wird man Herr über ein Gefühl, wenn man seine Ursachen erforscht hat. Es kann hilfreich sein, mit den Erinnerungsbändern des kleinen Kindes in einem selber Verbindung aufzunehmen.

    Dafür ist notwendig, jedes negative Gefühl, das ausgelöst wird, wenn der Abbruch einer schlechten Beziehung geahnt oder tatsächlich durchgeführt wird, zu notieren. Sei es nun die eigene Angst vor Einsamkeit und Verlassenheit, eine überwältigende Bedürftigkeit, Sehnsucht, Unangemessenheit, Unsicherheit, Schuld oder welches Gefühl auch immer. Über jedes der festgestellten Gefühle sollte gründlich nachgedacht und aufgeschrieben werden, woran man sich erinnern kann, als man dieses Gefühl zum ersten Mal verspürte. Was geschah, und warum hat man dieses Gefühl gehabt? Was ist an der jetzigen Situation ähnlich und löst diese alten Gefühle aus? Außerdem kann man sich fragen, ob diese Gefühle immer noch zwingend und angemessen sind. Oft sind es Gefühle, die für ein Kind legitim waren, doch wahrscheinlich wird man entdecken, dass es als Erwachsener keine guten Gründe mehr gibt, sich so zu fühlen wie damals. Diese Erkenntnis kann sehr befreiend sein.

2. Das Netzwerk von Freunden als Technik, Abhängigkeit zu durchbrechen

In der Phase des Abbruchs einer wichtigen und engen Beziehung ist man meistens stärker auf die Hilfe von Freunden angewiesen als sonst. Manche verlassen sich lieber auf eine bestimmte Person, für manche ist ein Netzwerk von Freunden wichtig. Da man sich meistens sehr schwach fühlt und sich in Gesprächen häufig wiederholt, kann es sein, dass man befürchtet, die Freundschaft auch der wohlwollendsten Person überzustrapazieren. Da ist ein Netzwerk von Freunden hilfreich. Außerdem können sie sich in ihren Hilfeleistungen ergänzen (z.B. bei dem einen kann man am besten über Gefühle und Ängste reden, der andere hilft dir, die Dinge humorvoller zu sehen). Darüber hinaus kann es einem ermöglichen, sich und die Sache aus mehreren Perspektiven zu sehen.

Der Wert eines Netzwerkes von Freunden ist so groß, dass es nicht dem Zufall überlassen werden sollte, ob man eines hat. Vor allem kann es helfen, dass man sich nicht allein im Universum fühlt. Das ist sehr hilfreich bei der Entscheidung, eine Beziehung abzubrechen und konsequent dabei zu bleiben.

Wichtig dabei ist zu wissen, dass nicht jeder Freund dir bei dem Prozess des Abbruchs einer Beziehung helfen wird. Manche sind auch nur an oberflächlichen Freundschaften interessiert. Diese sollte man lieber nicht in sein Netzwerk einbauen.

Freunde können allgemein dazu da sein, einen zu stützen. Sollen sie einem helfen, sich aus einer Abhängigkeit zu befreien, können sie zusätzlich noch besondere Funktionen haben (wovon hier nur ein paar angesprochen werden sollen):

  • a) Sie helfen zu entscheiden, ob man gehen will
    Bei der Entscheidung zu einer Trennung ist die Hilfe von Freunden wichtig. Sie sollten im Gespräch ihr objektives Urteil und ein ehrliches Feedback geben und das Gefühl, dass sie zu einem stehen, egal welche Entscheidung man fällt. Sucht man bei Freunden Hilfe für eine Entscheidung, ist es nicht nur wichtig, dass die Freunde ehrlich sind, sondern auch, dass man selber ehrlich von der Beziehung erzählt.
  • b) Freunde helfen dabei zu erinnern, warum man sich trennen wollte
    Im Schmerz des Trennungsprozesses kann es leicht sein, dass man das Negative aus dem Gedächtnis verliert und nicht mehr weiß, warum man sich weiter dem Schmerz aussetzt und nicht einfach in die Geborgenheit einer Beziehung zurückkehrt. Freunde können einem dabei helfen, die Perspektive wieder zurechtzurücken. Sie können einen daran erinnern, wie man die Beziehung beurteilt hat und versuchen einen davon abzuhalten, sich etwas vorzumachen.
  • c) Hilfe beim Identitätsaufbau
    Der Abbruch einer Beziehung kann für die eigene Identität ein erschütterndes Erlebnis sein. Man wurde hauptsächlich so abhängig, da man sich alleine wertlos, unwichtig, unzulänglich und unvollständig fühlte. Eventuell fühlte man sich nur in der Beziehung als ganzer Mensch. In solch einer Situation können Freunde elementare Hilfe bieten. Sie können einem zeigen, was man für Fähigkeiten und welchen Wert und was man selber zu geben hat; man kann sich an ihnen spiegeln, Grenzen erkennen und wenn es den Freunden schlecht geht, erkennen, dass man selber auch eine Hilfe sein kann. Sie können sagen, wie sie einen schätzen und lehren, wie wertvoll man selber ist. Kurz, sie können zeigen, dass man auch ohne die Beziehung existiert, Form, Substanz, Ganzheit und Wert hat.

3. Hilfe durch Selbstfindung

Je stärker man sich seiner einzigartigen Identität bewusst ist, desto besser ist man davor gewappnet, vom Zuneigungshunger überwältigt zu werden. Es gibt zahlreiche Techniken, um sein Ich besser kennen zulernen. An dieser Stelle sollen zwei genannt werden:

  • a) Körperbewusstsein
    Das Ich ist keine vom Körper getrennte Einheit. Das Gefühl, wer man ist, ist in vieler Hinsicht auf das Empfinden für die Größe, die Form und das Funktionieren des eigenen Körpers bezogen. Jede Übung, die hilft, sich seines eigenen Körpers bewusst zu werden, wie er aussieht, wie er sich anfühlt und wie er funktioniert, kann die Empfindungen für den zentralen Kern in einem selber stärken. Einer der grundlegenden körperlichen Vorgänge ist das Atmen. Wenn man leicht das Bewusstsein seiner Identität verliert, sollte man sich jeden Tag etwas Zeit nehmen, um tief durchzuatmen. Es gibt zahlreiche Atem- und Entspannungsübungen, die einem helfen, seinen Körper wieder bewusst zu spüren. Aber auch schon das bewusste Erleben des Körpers beim Sport kann einem dabei helfen.
  • b) Bewusstsein für die eigenen Wünsche
    Um sich seines eigenen festen Kerns bewusst zu sein, ruß man wissen, was man will. Viele sind sich ihrer Wünsche nicht wirklich bewusst. Hilfreich bei der Bewusstwerdung kann eine Übung, die von der Psychoanalytikern Ruth Cohn entwickelt wurde, sein. Man soll sich jeden Tag zehn Minuten Zeit nehmen, in denen man mit Sicherheit ungestört ist und sich die Aufgabe stellen, dass man sich in diesen zehn Minuten völlig darauf konzentriert, was man zu diesem gegebenen Zeitpunkt möchte, was der Körper tun will und was die Gedanken wollen. Und so weit wie möglich soll man das tun, was man will. Wenn man nicht gewohnt ist, sich auf seine eigenen Wünsche einzustellen, ist das gar nicht so einfach. Es kann sein, dass Wünsche undeutlich sind, sich widersprechen, oder man zunächst das Gefühl hat, überhaupt keine Wünsche zu haben. Doch tatsächlich hat jeder Wünsche, mit denen er aber möglicherweise aufgrund seiner Geschichte nicht genügend in Kontakt ist.

    Ist man sich seiner Wünsche bewusst, braucht man auch keine andere Person mehr, um sie zu entdecken.

4. Hilfe durch Psychotherapie

Wenn alle Techniken nicht helfen und man trotz langer und harter Bemühungen und Versuche nicht in der Lage ist, eine schädigende Beziehung zu beenden, kann es ratsam sein, Hilfe in einer Psychotherapie zu suchen.

 

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Zu den Literaturtipps

 
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Dipl.-Psych. Volker Drewes
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