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Studie zur Prüfungsangst

Mandler und S. Sarason (1952): Sie definieren Ängstlichkeit als eine Reaktion auf einen starken inneren Reiz, der seinerseits durch bestimmte Gegebenheiten der Situation ausgelöst wird . Dieser Reaktion liegen gelernte Triebe zugrunde. Im Fall der Prüfungsängstlichkeit handelt es sich um zwei gelernte Triebe:

  1. den Aufgabentrieb
  2. den Ängstlichkeitstrieb

zu a. Der Aufgabentrieb umfaßt alle motivierenden Faktoren, die zu dem Wunsch, die Aufgabe erfolgreich zu bearbeiten, anregen. Dazu gehört eventuell die besondere Aufgabenstellung (die z.B. eine persönliche Herausforderung darstellt) oder die Erwartung der Prüfenden, die Wichtigkeit der Lösung der Aufgabe für den eigenen Selbstwert, und vieles mehr. Sie rufen ihrerseits die erlernte Reaktion hervor.

zu b. Der Ängstlichkeitstrieb umfaßt alle Ängstlichkeitsreaktionen, die bisher in ähnlichen Prüfungssituationen erworben wurden. Ängstlichkeit löst wiederum zwei Reaktionen zur Verminderung hervor. Die eine trägt zur Aufgabenbearbeitung bei und vermindert die Ängstlichkeit, die andere stört die Aufgabentätigkeit und ist nicht spezifisch an die besonderen Erfordernisse der Aufgabensituation gekoppelt. "Sie besteht aus Gefühlsinhalten der Untüchtigkeit, Hilflosigkeit und Aufgeregtheit, aus Erwartungen von Mißerfolg, der den Selbstwert in den eigenen oder den Augen anderer herabsetzt; sowie schließlich aus Tendenzen, der Prüfungssituation auszuweichen" (Heckhausen, 1980, S. 242).

Die Grundlage des von Mandler und S. Sarason entwickelten Theorieansatzes war u.a. eine Einteilung (bei einem Fragebogen zur Prüfungsängstlichkeit) in die Extremgruppen von Hoch- und Niedrigängstlichen, die unter verschiedenen Situationsbedingungen komplexe Aufgaben zu bearbeiten hatten. Hochängstliche zeigten dabei große Angst vor Prüfungssituationen und Mißerfolg, Niedrigängstliche sahen die Prüfungssituationen eher als Herausforderung. Die Situationen variierten hinsichtlich ihrer Bedeutung und Bedrohlichkeit für den Selbstwert, z.B. durch Erfolgs- oder Mißerfolgsrückmeldungen.

Die Ergebnisse zeigten weiter, daß, je stärker die Überprüfung persönlicher Fähigkeiten betont wird, desto schlechter die Leistung bei Hoch- und desto besser die Leistung bei Niedrigängstlichen ausfällt. Bei fehlender Bedeutung für den Selbstwert ist es umgekehrt.

Ein Erklärungsansatz dazu besagt: Bei den Personen, die große Angst vor Mißerfolg haben, ruft die erwartete Bewertung ihrer Fähigkeiten gefühlsbeladene Gedanken aus, die auf den Selbstwert und die Bedrohung des Selbstwertes durch Mißerfolg bezogen sind. Diese überschneiden sich mit dem Nachdenken über die aufgabenrelevanten Lösungsschritte und behindern es - auf jeden Fall so lange, wie die Lösungsschritte noch nicht genügend eingeübt und automatisiert sind.

Was ist die Erklärung dafür, dass Niedrigängstliche erst unter einer Bewertung ihrer Fähigkeiten die volle Leistung entfalten? Bedingungen, in denen ihre Fähigkeiten geprüft werden, scheinen erhöhtes Interesse und Aufmerksamkeit für die Aufgabe zu verstärken, was unter neutralen Bedingungen nicht der Fall ist.

Weitere Untersuchungen zeigen, daß die Prüfungsängstlichkeit von Hochängstlichen gemindert werden kann, wenn man bei der Aufgabenstellung die Betonung nicht auf die Selbstwertrelevanz, sondern auf die Aufgabentätigkeit selbst lenkt. Bei Niedrigängstlichen hat dies einen negativen Effekt.

 
 

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Dipl.-Psych. Volker Drewes
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